Tipps zum Online-Shopping - So sind Verbraucher auf der sicheren Seite

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Hiobsbotschaften über insolvente Unternehmen sind in der Finanzkrise allgegenwärtig. Es vergeht kein Monat, in dem nicht über Zahlungsunfähigkeit selbst etablierter Händler berichtet wird. Insbesondere wenn es um Pleiten von Online-Versandhändlern- und häusern geht, sind Verbraucher verunsichert. Welche Konsequenzen der Kauf bei insolventen Händler grundsätzlich nach sich ziehen, welche Auswirkungen sich auf Gewährleistung und Garantie ergeben und was generell beim Einkauf im Internet beachten werden sollte, lesen Sie hier bei eVendi.de.

Gewährleistung ist nicht gleich Garantie!
Hat Sie das Kleingedruckte in den AGBs der Händler früher vielleicht nur am Rand interessiert, sollten Sie zukünftig genauer hinsehen. Wichtig ist vor allem, den Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie zu kennen.

Die Gewährleistungspflicht besteht für die Dauer von zwei Jahren und ist per Gesetz geregelt. Durch die Gewährleistung haben Käufer das Recht zur Mangelbeseitigung, wenn Produkte einen Defekt aufweisen. Sie erhalten dann entweder ein neues Gerät, können ihr defektes kostenfrei reparieren lassen oder erhalten das Geld zurück. Innerhalb eines halben Jahres nach dem Kauf ist der Käufer frei von jeglicher Beweispflicht. In den folgenden eineinhalb Jahren, ist der Kunde allerdings verpflichtet, den Beweis zu erbringen, dass das Gerät ohne sein Verschulden kaputt gegangen ist. Hier können Reparaturkosten für den Kunden anfallen. Das wichtigste an der Gewährleistung: Hier steht der Händler gerade und nicht der Hersteller.

Im Gegensatz zur Gewährleistung ist die Garantie nicht gesetzlich festgeschrieben; Hersteller, zum Teil auch Händler, geben sie ganz individuell und freiwillig. Sie willigen mit der Vergabe einer Garantie im Vertrag ein, für eventuelle Schäden aufzukommen. Der Hersteller Apple beispielsweise vergibt Garantien auf sämtliche Produkte ab Kaufdatum. Käufer haben demnach ein Jahr lang Anspruch auf Beseitigung von Fehlern jeglicher Art, die bei ihrem Apple-Produkt auftreten. Ausgenommen von der Garantie sind Verschleiß und Fremdeinwirkung.

eVendi Tipp
Die Garantie des Herstellers ab Kaufdatum sollten Sie sich nach Möglichkeit schriftlich zusichern lassen.

Darüber hinaus haben Kunden beim Einkauf im Internet, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ein Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Kaufdatum. Damit sind Online-Käufer gegenüber dem Einkauf im Ladengeschäft theoretisch deutlich besser gestellt, denn das Kaufhaus, Elektrofachmarkt oder der Laden um die Ecke müssen dieses Recht nicht einräumen. In der Praxis verhalten sich aber die meisten Ladengeschäfte sehr kulant, so dass für den Verbraucher fast kein Unterschied besteht. Oftmals gewähren Geschäfte aber nur eine Gutschrift.
Eine Begründung, warum ein Produkt zurückgeschickt wird, ist beim Internet-Einkauf freiwillig. Verpacken Sie die Retoure aber ordentlich. Wenn möglich verwendet man dazu den Originalkarton. Ob der Kunde die Rücksendung zahlen muss, hängt vom Warenwert oder der Kulanz des Versandhändlers ab. Ab einem gewissen Warenwert sind Versandhändler aber verpflichtet, die Rücksendekosten zu tragen.

Gewährleistungs- und Garantieansprüche gegenüber insolventen Händlern
Da die gesetzlich festgelegte Gewährleistungspflicht gegenüber dem Händler gilt, erlischt sie, wenn das Unternehmen tatsächlich Insolvenz anmelden muss. Ansprüche können dann nur noch über den Insolvenzverwalter geltend gemacht werden, doch steht man hier mit allen andere Gläubigern zusammen erst einmal in einer Warteliste und muss abwarten, ob überhaupt noch genug Geld vorhanden ist, um den Gewährleistungsanspruch geltend machen zu können. In der Regel ist dann bestenfalls nur noch eine kostenlose Reparatur möglich, ein Umtausch jedoch nicht mehr. Der Händler verfügt im Normalfall nicht mehr über Austauschware und kann solchen Ansprüchen daher nicht gerecht werden. Bei insolventen Händlern, die noch weiterhin agieren, ist im Falle eines Defekts ein schneller Umtausch ratsam. Wer kein Risiko eingehen will, löst auch Gutscheine schnellstmöglich ein.

Garantien hingegen, die vom Hersteller gegeben wurden, bleiben bei Insolvenz des Händlers unberührt. Der Käufer hat also nach wie vor die Möglichkeit, sich mit seinem Garantiefall an den Hersteller zu wenden. Da es sich hier ja aber um eine freiwillige Leistung handelt, können Versandkosten auf den Verbraucher zukommen. 

Achten Sie bei Ihrem Einkauf also grundsätzlich auf Produkte, die eine Herstellergarantie aufweisen. Diese sollte nach Möglichkeit mindestens genauso lange währen, wie die gesetzliche Gewährleistung des Händlers. Als Kunde ist man so im Garantiefall auf der sicheren Seite und erhält Ersatz.

Zahlungsweise beim Online-Shopping
Grundsätzlich gilt: Zahlung per Rechnung, Kreditkarte, Lastschrift oder sogar Nachnahme sollten vorkasseähnlichen Zahlungsweisen vorgezogen werden. Haben Sie bei einem insolventen Händler per Vorkasse gezahlt oder Anzahlungen für ein Produkt geleistet, kann es Ihnen schlimmstenfalls passieren, dass das Geld in die Insolvenzmasse übergeht und Sie leer ausgehen. Zahlen Sie aber erst per Rechung, sobald Sie die Ware erhalten haben, kaufen Sie auch bei insolventen Händlern ohne finanzielles Risiko. Endkunden leisten durch fortwährenden Kauf auch bei insolventen Händlern letztlich vielleicht sogar einen Beitrag zur Rettung des Unternehmens.

Worauf Sie noch beim Online-Shopping achten sollten
Wenn Sie ein paar Tipps beim Einkauf im Internet beachten, bleibt das Shoppen weiterhin so einfach, schnell und risikolos, wie es sein soll.

  • Anbieter
    Achten Sie auf die Seriosität des Anbieters. Eine vollständige Adresse mit Telefonnummer muss hier gegeben sein. Eingegangene Bestellungen sollten von ihm schriftlich bestätigt werden.
  • Ware
    Eine möglichst präzise Beschreibung der Produkte spricht für den Händler. 
  • Preis
    Prüfen Sie, ob der ausgewiesene Preis die Mehrwertsteuer, Service-Gebühren und Kosten für den Versand beinhaltet.
  • Bestellung
    Speichern Sie Auftragsbestätigung, Bestellformular und Produktbeschreibung ab oder drucken Sie sie aus. So können Sie im Fall der Fälle belegen, was Sie zu welchen Konditionen bestellt haben.
  • Zahlung
    Wie bereits beschrieben sind der Kauf auf Rechung oder per Lastschrift die sichersten Zahlungsvarianten.
  • Datenschutz
    Gehen Sie sicher, dass der Händler Ihre Daten nicht an Dritte weitergibt. Ohnehin sollten Sie bei der Bestellung nicht mehr als die zwingend erforderlichen Daten angeben.
  • Rückgaberecht
    Innerhalb der EU stehen dem Käufer 14 Tage zur Rückgabe der Ware ohne Angabe von Gründen zu. Ob Kosten für die Rücksendung anfallen, hängt vom Wert der Ware ab und ob der Händler ein Widerrufs- oder ein Rückgaberecht einräumt. Bei Letzterem zahlt immer der Händler die Rücksendekosten.
  • Gütesiegel
    Viele Online-Händler sind von verschiedenen Stellen geprüft und zertifiziert, zum Beispiel in Bezug auf Datenschutz, Zahlungssicherheit oder Kundenzufriedenheit. Schauen Sie sich aber auch Händler mit Zertifizierung genau an, da sich auch hier schwarze Schafe tummeln können.

Fazit
Niemand wird wohl heute die Vorzüge in Frage stellen, die das Shoppen im Internet bietet. Schnell und einfach, noch dazu zu jeder Tages- und Nachtzeit, ist das Einkaufen hier möglich. Kunden insolventer Händlern haben dabei mit denselben Problemen zu kämpfen, wie Kunden insolventer Ladengeschäfte auch. Achten Sie beim Kauf immer auf die Herstellergarantie der Produkte, damit Sie im Garantiefall und bei Insolvenz des Händlers Ansprüche gegenüber dem Hersteller geltend machen können. Wollen Sie per Rechnung zahlen und kann der Händler nicht mehr liefern, erhalten sie im schlimmsten Fall die Ware nicht. Ihr Geld ist aber sicher.

Alexander Capell | 03.07.2009 15:27
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