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Mehr Sicherheit - Kindersitze fürs Auto

Mehr Sicherheit - Kindersitze fürs Auto
Foto: www.autobild.de

Anschnallen und losfahren - so einfach kann es sein, wenn man die richtige Ausstattung für sein Kind im Auto eingebaut hat. Egal, ob Sie auf dem Weg in den Urlaub oder zur nahegelegenen Bäckerei sind - jede Fahrt mit dem Auto birgt ein Risiko für Ihr Kind, wenn es nicht richtig angeschnallt ist. Da die vorinstallierten Anschnallgurte nichts für Kinder, sondern nur für Erwachsene sind, muss ein passender Kindersitz her. Doch welcher Kindersitz ist für welches Kind geeignet?

Wann benötige ich für mein Kind einen Kindersitz?

Laut Gesetz müssen Kinder bis zu 12 Jahren, die kleiner als 1,50 Meter sind, im Auto in Kindersitzen untergebracht werden. Die Regelung ist besonders wichtig, da die Gurte im Auto erst ab einer Körpergröße von 1,50 Meter sicheren Halt geben. Sind Kinder unter dieser Größe „normal“ im Auto angeschnallt, könnten sie bei einem Unfall an Hals und Bauch massive Schäden davon tragen.

Zudem ist es absolut verboten, Kinder ohne Sicherheitsvorrichtungen auf dem Beifahrersitz mitzuführen, auch nicht auf dem Schoß eines Erwachsenen. Bei Verstoß gegen dieses Gesetz können Strafen bis zu 275,- Euro gegen den Fahrzeugführer verhängt werden.

Unabhängig von Strafen und Sanktionen hat die Sicherheit eines mitfahrenden Kindes höchste Priorität und sollte immer beachtet werden.


Worauf muss beim Kauf eines Kindersitzes geachtet werden?

Achten Sie zuerst auf die Empfehlung des Fahrzeugherstellers. Einige neuere Automodelle sind mit dem sogenannten ISOFIX-System ausgestattet, dass einen einfachen Einbau und sicheren Halt des Kindersitzes ermöglicht. Ist das nicht der Fall, sollten Sie auf die Gurteigenschaften als weiteres Kriterium beim Kauf achten. Hier unterscheidet man in der Befestigung zwischen Dreipunkt- und Beckengurt.

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Neben diesen Faktoren sind Größe und Gewicht des Kindes, sowie die gesetzlichen Vorschriften ausschlaggebend. Im Folgenden werden die ECE-Gewichtsklassen, die dem Gewicht des Kindes den passenden Kindersitz zuordnen, sowie die ECE-Plaketten, ähnlich eines TÜV-Siegels, beschrieben.



ECE-Regelungen (Economic Commission for Europe) sind europaweit einheitlich technische Vorschriften für Fahrzeuge, deren Teile und Ausrüstungsgegenstände. Kindersitze unterliegen strengen Kontrollen. Ein orangefarbenes Etikett mit der Aufschrift ECE-R 44 und einer mit 04 oder 03 beginnenden Prüfnummer, kennzeichnet Kindersitze des neuesten Standards. Zudem sind die Sitze in fünf Gewichtsklassen, entsprechend dem Körpergewicht des Kindes, eingeteilt.

Einteilung der Kindersitze in ECE-Gewichtsklassen

Grundsätzlich gibt es drei Abstufungen, die für ein Kind nach der Geburt bis zum Fahren ohne Kindersitz sinnvoll sind:

Gruppe O/O+: Sitze für Säuglinge von der Geburt bis 13 Kilo Gewicht (ca. 15 Monate). Diese Babyschalen werden immer entgegengesetzt der Fahrtrichtung befestigt.

Gruppe I: Sitze für Kinder von 9 – 18 Kilo Gewicht (ca. 9 Monate bis 4 Jahre). Die meisten Sitze dieser Gruppe werden in Fahrtrichtung befestigt und schützen das Kind mit einem Fünfpunktgurt oder einem Aufpralltisch.

Gruppe II/III: Sitze für Kinder von 15 bis 36 Kilo Gewicht (ca. 3 bis 12 Jahre). Diese Sitze werden mit den Dreipunktgurten des Fahrzeugs in Fahrtrichtung, bestenfalls mit dem ISOFIX-System befestigt. Diese Sitze können auch für schwerere Kinder (mehr als 36kg) genutzt werden. Die Sicherheit ist von jedem Hersteller gewährleistet.

Kindersitze Sicherheitstest von ADAC und Autobild

Testergebnisse der Klasse O/O+:

1. RÖMER Baby Safe Plus Isofix – sehr gut (Testsieger, ab 124,- Euro)

2. GRACO Logico – gut (ab 169,- Euro)

3. CHICCO Autofix plus – gut (ab 117,89 Euro)

Maxi Cosi CabrioFix – sehr gut (Vorjahrestestsieger, ab 115,- Euro)

Testergebnisse der Klasse I:

1. MAXI-COSI Tobi – sehr gut (ab 189,- Euro)

2. RÖMER Safefix Plus – gut (ab 294,- Euro)

2. RÖMER DUO Plus – gut (ab 249,99 Euro)

Testergebnisse der Klasse II+III:

1. Cybex Solution X 2008 Ebony - gut (ab 79,99 Euro)

2. Kiddy Discovery Pro - gut (ab 229,- Euro)

3. Concord Lift Evo - gut (ab 99,99 Euro)

Kindersitze mit ISOFIX-System finden Sie hier

„Schwarze Schafe“ und gebrauchte Kindersitze

Nicht zu empfehlende Kindersitze sind der Michelin Cockpit, der jedoch durch eine Rückrufaktion verbessert wurde, das Eitel Plastic Luftkid oder der Kids Ferrari Teko. Alle sind im ADAC-Test als mangelhaft eingestuft worden, weil sie bedrohliche Sicherheitsdefizite aufwiesen. Weiterhin findet man Sitzerhöhungen auf dem Markt, die auch mit dem ECE-Prüfsiegel ausgestattet sind. Diese bieten jedoch in Unfallsituationen nur wenig Seitenschutz. Zusätzlich können Kinder während des Schlafens leicht aus dem Gurt herausrutschen. Daher ist von einem Kauf dieser Sitzerhöhungen abzuraten.

eVendi Tipp

Hände weg von gebrauchten Kindersitzen! Ältere Sitze bieten nicht den gleichen Sicherheitsstandard wie aktuelle Modelle und sind zudem laut Gesetz seit dem 8. April 2008 nicht mehr zugelassen.

Die ECE R 44-01 Prüfnorm wurde Anfang der 90er Jahre erhoben. Sitze mit einer solchen Nummer sind demnach vor mehr als 13 Jahren auf den Markt gekommen. Das Schutzpotential dieser veralteten Modelle ist weit von den heutigen Sicherheitsvorschriften entfernt. Zusätzlich sprechen die langjährige Einsatzzeit und die daraus resultierende Materialermüdung gegen einen Gebrauchtkauf. Auch bei neueren Sitzen mit aktueller ECE-Nummer ist von einem Gebrauchtkauf abzuraten. Optisch in Ordnung, können nichtsichtbare Materialmängel oder andere Schäden durch den Vorgänger im Ernstfall ein Kinderleben kosten.

An welche Stelle im Auto gehört der Kindersitz?

Die beste Position im Auto ist in der Mitte der Rücksitzbank. Dort ist das Kind von den meisten Kollisionspunkten soweit wie möglich entfernt. Aber Vorsicht: Nicht alle Kindersitze lassen sich mit dem Beckengurt befestigen! Nächstbeste Sitzposition ist die rechte Fahrzeugseite, ebenfalls auf der Rücksitzbank, da das Aussteigen zum rechten Fahrbahnrand für das Kind sicherer ist. Informieren Sie sich vor einem Kauf, ob Ihr Auto über eine ISOFIX-Halterung verfügt. Das ist die einfachste und sicherste Methode, den Sitz im Fahrzeug zu befestigen.



Beispiel einer ISOFIX-Halterung im Auto







Passt! Die Seitenwangen stabilisieren den Kopf des Kindes

ACHTUNG

Bei aktivem Beifahrerairbag ist die Verwendung von gegen die Fahrtrichtung gerichteten Sitzen (Reboard-Systemen) auf dem Beifahrersitz absolut verboten. Bei einem Aufprall schnellt der Airbag mit bis zu 220Km/h hervor und kann den Kindersitz samt Kind durch das Fahrzeug schleudern. Neuere Automodelle haben ein extra Kindersitz-Programm, bei dem der Beifahrerairbag deaktiviert wird. Generell sind gegen die Fahrtrichtung gerichtete Sitzschalen für die Kleinen die beste Variante. Bei einem Frontalzusammenstoß werden Rücken und Kopf bestmöglich geschützt. Es ist jedoch immer sicherer, die Sitzschalen auf der Rücksitzbank zu befestigen.



Empfohlene Marken

CHICCO, CONCORD, Graco, kiddy, Maxi-Cosi, RÖMER, Storchenmühle, Hauck



Fazit

Sicherheit beginnt im Kopf. Ebenso, wie man selbst an die Sicherheit des Kindes denkt, muss man den kleinen Mitfahrern dieses Selbstverständnis ebenfalls vermitteln. Achten Sie dazu bei jeder großen und kleinen Fahrt auf den korrekten Einbau des Kindersitzes. Der beste Sitz hilft nicht, wenn er nicht korrekt verbaut wurde. Lesen Sie die Anleitung des Kindersitzes gut durch, um Fehler zu vermeiden. Haben Sie alle Punkte beachtet, steht einer entspannten Fahrt nichts im Wege.

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