Software per Download - Wo bleibt die Ersparnis?

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Internetverbindungen sind heute so schnell, dass sich selbst Dateien in Gigabyte-Größe innerhalb von Minuten herunterladen lassen. Gehen Sie trotzdem weiterhin in die Softwareabteilung im Kaufhaus oder zum IT-Höker um die Ecke, um sich mit den neuesten Programmen und Spielen einzudecken? Oder lassen Sie sich diese vom Online-Händler Ihres Vertrauens auf DVD mit der Post zuschicken? Warum eigentlich? Wer auf den Datenträger verzichtet, müsste doch schließlich eine Menge Geld sparen können. Mehr dazu hier bei eVendi.de.

Von konsequentem Online-Handel kaum eine Spur
Die meisten privaten Computernutzer kaufen neue Programme und Spiele noch immer auf die traditionelle Art, also in Form von Retail-Boxen. Sie erwerben damit in der Regel große Pappschachteln mit bunten Bildern darauf, die zum größten Teil Luft enthalten. Umfangreiche Anleitungen oder Handbücher liegen normalerweise nicht mehr bei: Um Druckkosten und Gewicht zu sparen, befinden sich diese heute in der Regel als pdf-Dateien mit auf den Programm-DVDs, die in den riesigen Verpackungen geradezu verloren wirken. Und was passiert nach dem Kauf meistens mit diesen Dingen? Die Pappschachtel landet umgehend im Altpapier und die DVD verstaubt nach der Installation im Regal. Da liegt es doch nahe, auf den physischen Datenträger ganz zu verzichten und neue Software und Games einfach herunterzuladen.

Der Verkäufer spart – und was ist mit dem Käufer?
ESD heißt das Zauberwort – Electronic Software Distribution. Wenn Sie Programme per Download kaufen, fallen auf Seiten der Hersteller und Händler zahlreiche Kosten weg: für die Verpackung, für den Versand, für das DVD-Kopierwerk, für die Lagerung, für Personal und so weiter. Die Anbieter, so sollte man meinen, geben diese Einsparungen (zumindest teilweise) an die Kunden weiter. Auf diese W eise, so die Theorie, bezahlen die Käufer nur für die reinen Daten und können gegenüber dem traditionellen Erwerb eines Datenträgers kräftig Geld sparen. Die Frage ist nur: Warum geschieht eben dies in der Praxis nicht oder allenfalls ansatzweise? Dazu ein paar Beispiele:

Das günstigste Angebot, das Sie hier bei eVendi für die PC-Version des aktuellen und beliebten 3D-Shooters Call of Duty 4 finden, liegt bei rund 25 Euro – und gilt für den klassischen Kauf einer Programm-DVD, die Ihnen per Post zugeschickt wird. Das preiswerteste Angebot für den Download von Call of Duty 4 liegt dagegen bei knapp 30 Euro. Natürlich ist das immer noch deutlich weniger als die unverbindliche Preisempfehlung von knapp 60 Euro für dieses Spiel. Aber müsste nicht angesichts des geringeren Aufwands für den Anbieter der ESD-Kauf die mit Abstand günstigste Alternative sein?

Nur unwesentlich besser sieht es meist bei Anwendungssoftware aus: Ganz klassisch als DVD und auf dem Postweg können Sie beispielsweise die preisgekrönte und beliebte Videobearbeitungs-Suite Magix Video Deluxe 15 ab knapp 60 Euro bekommen. Für den Download von Magix Video Deluxe 15 bezahlen Sie gut 57 Euro und sparen somit rund 2,50 Euro. Wow.

Ein wenig mehr Preisvorteil gibt es beim ESD-Kauf von Musik. Doch auch hier hat der Kunde bis heute nur eine vergleichsweise geringe Ersparnis. Bei iTunes, Musicload und Co. zahlen Sie für ein aktuelles Album rund zehn Euro. Das sind etwa drei Euro weniger, als Sie für die entsprechende CD im Laden hinlegen müssen. Ob dieser Preisvorteil den Verzicht auf die CD, das Booklet und die gesamte Cover-Art der Lieblingsband wirklich rechtfertigt?

eVendi Tipp
Verwenden Sie beim Herunterladen von ESD-Software lieber keine Downloadmanager wie zum Beispiel Getright, denn damit können plötzliche Download-Abbrüche auftreten. Außerdem sollten Sie beachten, dass Umtausch oder Rückgabe bei ESD-Software in der Regel ausgeschlossen ist – gekauft ist gekauft.

Immerhin Zeit gespart und die Umwelt geschont
Wenn Sie schon nicht nennenswert Geld sparen, so sparen Sie doch immerhin viel Zeit, indem Sie ESD nutzen: Ohne sich vom Fleck zu bewegen, können Sie die gewünschte Software unmittelbar kaufen, herunterladen und quasi sofort einsetzen. Auch abends oder am Feiertag können Sie sich spontan entscheiden, ein neues Programm zu benutzen oder ein neues Spiel zu spielen. Gerade für diejenigen, die beruflich stark eingebunden sind, dürfte dieses Argument Gewicht haben.

Hinzu kommt, dass ESD-Programme meist flexibler zu handhaben sind als herkömmliche Software-Lizenzen: Normalerweise müssen Sie die ESD-Software erst registrieren und kaufen, sobald Sie diese installiert haben und einsetzen wollen. Lizenzen hingegen müssen Sie in den meisten Fällen sofort zum Zeitpunkt der Bestellung registrieren. Und nicht zuletzt: ESD ist umweltfreundlich, weil keine physischen Güter produziert und durch die Gegend transportiert werden müssen. Wenn Sie per Download kaufen, verursachen Sie weniger Energie- und Ressourcenverbrauch und helfen mit, den CO2-Ausstoß zu verringern.

Wichtig: Der Blick ins Kleingedruckte
Die Bedingungen, zu denen Sie Software herunterladen und nutzen dürfen, können sich von Shop zu Shop und von Software zu Software unterscheiden. Daher ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich die jeweiligen Geschäftsbedingungen und „frequently asked questions“ (FAQ) genau anzusehen. In der Regel gibt es jedoch rechtlich gesehen praktisch keinen Unterschied zum Kauf einer entsprechenden Retail-Box. Das heißt zum Beispiel, dass Sie die Software nicht nur installieren sondern auch als Backup auf Ihre Festplatte speichern oder auf eine DVD brennen dürfen.

Sie haben normalerweise auch das Recht, das Programm oder Spiel an andere weiterzuverkaufen. In diesem Fall dürfen Sie es aber natürlich nicht mehr selbst benutzen – gewöhnlich darf die Software nur auf einem Computer zur Zeit installiert sein. Zudem müssen Sie sich in der Regel keine Sorgen machen, dass Sie leer ausgehen könnten, falls beim Download etwas schiefgeht oder falls irgendwann später Ihr Computer den Geist aufgibt. Wenn Sie ein Programm einmal gekauft haben, können Sie es normalerweise jederzeit erneut beim Anbieter herunterladen. Trotzdem bleibt eine Sicherheitskopie natürlich empfehlenswert.

Fazit
Da Ausnahmen ja bekanntlich die Regel bestätigen, sollten Sie natürlich trotz allem die Augen nach guten ESD-Angeboten offen halten. Mitunter können Sie sogar ein bisschen sparen und schneller geht es in jedem Fall. Trotzdem: Entgegen anders lautender Voraussagen lässt die breite Virtualisierung des Softwarehandels vorläufig noch auf sich warten. Noch ist die Programm-DVD genauso wenig tot wie die Video-DVD. In beiden Fällen ist der zu geringe Preisvorteil des Download-Kaufs sicherlich ein Hauptgrund. Dort, wo die Preisunterschiede größer sind, sieht die Entwicklung zum Teil ganz anders aus: Die gedruckte Zeitung verliert gegenüber den nicht nur günstigeren, sondern sogar gänzlich kostenlosen Online-Nachrichtenportalen immer schneller an Bedeutung. Und auch bei Musik empfinden mehr und mehr Menschen das Angebot, lediglich mp3-Dateien zu kaufen, als attraktive Spar-Alternative zur Musik-CD. Bei Programmen und Spielen werden die meisten Käufer aber wohl bis auf weiteres wie selbstverständlich zur Retail-Box greifen. Das ist schade, denn konsequent gefördert könnte der Online-Vertrieb von allem, was sich in Einsen und Nullen übersetzen lässt, ein Teil der Antwort auf knapper werdende Ölvorräte, Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung sein.

eVendi.de Team | 18.10.2009 13:10
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