Samsung Galaxy Tab 10.1 im Test - das bessere iPad 2? Teil 2: Der ausführliche Praxistest

Quelle: Samsung

Im zweiten Teil der eVendi Tablet Artikelserie befassen wir uns ausführlich mit der Hardware des Galaxy Tab 10.1, der Bedienung unter dem Betriebssystem Android 3.1 Honeycomb ohne Samsungs Erweiterung TouchWiz sowie der im Paket enthaltenen Softwareausstattung.

Das Testgerät

Bei unserem Kandidaten handelt es sich um einen US-Import mit metallic-grauer Rückseite mit 16 GB Flashspeicher und ohne UMTS (GT-P7510), auf dem Android 3.1 Honeycomb ohne Samsungs TouchWiz-Oberfläche installiert ist. Das Gerät wurde bei ebay UK erstanden. In der recht kleinen Schachtel befindet sich neben dem eigentlichen Objekt der Begierde noch das Netzteil mit Steckeradapter (US-Import), ein Garantieheft sowie ein In-Ear-Kopfhörer.

Äußerlichkeiten – Gewicht, Verarbeitung, Ausstattung

Durch das geringe Gewicht von ca. 569 Gramm lässt sich das Galaxy Tab 10.1 auch über längere Zeit bequem in einer Hand halten. Die texturierte Rückseite aus einem hochwertig wirkenden Kunststoff ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke und verhindert wirksam, dass einem das Tab aus der Hand rutscht. Das Tablet ist angenehm dünn und sehr stylisch, wobei eine starke Ähnlichkeit zum iPad 2 nicht zu übersehen ist. Samsungs Schrumpfkur hat dazu geführt, dass das Galaxy Tab 10.1 das iPad 2 in Sachen Gewicht und Dicke aussticht, auch wenn die Unterschiede von 0,2 mm und ca. 40 Gramm zugunsten des Galaxy Tabs sich in der Praxis kaum bemerkbar machen.

Das Display spiegelt nicht so stark wie etwa beim Motorola Xoom oder beim Acer A500, wirkt hart und hat nach knapp einem Monat intensiven Gebrauchs noch nicht den kleinsten Makel. Hier kommt das bekannte Gorilla Glas von Corning zum Einsatz, das sich unter anderem durch erhöhte Kratzfestigkeit und Widerstandsfähigkeit auszeichnet. Oben an den Seiten sind zwei Öffnungen für die Lautsprecher vorhanden, die beim beidhändigen Halten im Querformat nicht von den Händen verdeckt werden. Auf der Oberseite befinden sich der Power-Button sowie ein Lautstärke-Wippschalter. Hier wäre bei einem 3G-Modell noch zusätzlich der SIM-Karten-Slot zu finden. Unten hat Samsung den proprietären Multiport platziert, der zum Aufladen und – über extra zu erstehende Adapter – als USB-, SD-Karten- und HDMI-Port genutzt werden kann. Oben auf der Rückseite sind die 3-Megapixel-Kamera und daneben das Fotolicht eingelassen, auf der Vorderseite findet man über dem Display die Frontkamera für Videotelefonie. 

 


Die Verarbeitung lässt nichts zu wünschen übrig. Das Galaxy Tab 10.1 macht trotz des Kunstoffrückteils einen sehr stabilen Eindruck. Die Kanten schließen überall sauber ab und die Gehäuseteile sind bündig zusammengefügt.

Sehen und gesehen werden – Display und Kameras

Das Display des neuen Samsung-Tabs kommt im verbreiteten 16:9-Format und hat eine Auflösung von 1280 x 800 Punkten. Die maximale Helligkeit ist für den Alltagsbetrieb schon deutlich zu grell, sorgt aber dafür, dass das Tablet auch an einem sonnigen Tag im Freien ablesbar bleibt. Schwierig wird das erst bei direkter Sonneneinstrahlung. Für den Test haben wir das Galaxy Tab auf angenehme 70 % der maximalen Leuchtkraft eingestellt.

Die gegenüber dem iPad 2 mit seinen 1024 x 768 Punkten deutlich höhere Auflösung macht sich durchgehend positiv bemerkbar. Schrift erscheint sehr klar, Bilder und HD-Videos scharf, kontrast- und detailreich. Gerade für Multimedia-Inhalte ist das 16:9-Format ideal, da aktuelle Youtube-Videos, Filme und Serien und auch viele neue Digitalkameras dieses Format verwenden und die Medien so nahezu bildschirmfüllend unter Beibehaltung des originalen Seitenverhältnisses betrachtet werden können. Die Farben wirken leuchtend und lebendig. Da der Blauanteil relativ hoch ist, entsteht ein leicht kühler Bildeindruck. Die Blickwinkelstabilität ist hervorragend: Farben und Kontraste verblassen bei schräger Draufsicht nur leicht. Der Display-Spezialist DisplayMate Technology Corporation hat die Displays aller aktuellen Honeycomb-Tablets sowie des iPad 2 verglichen und den ersten Platz an den Bildschirm des Galaxy Tab 10.1 vergeben. 

Samsungs neues Tablet verfügt über eine Hauptkamera mit 3 Megapixeln, deren Fotos nicht allzu viel hergeben und die eher für spontane Schnappschüsse bei guten Lichtverhältnissen als für ernstzunehmende Fotografie geeignet ist. Auflösung und Kontraste lassen ebenso zu wünschen übrig wie Belichtungsumfang, Auslöseverzögerung und das Rauschverhalten bei schlechtem Licht. Besser sieht es bei den 720p-Videos aus, die man mit dem Galaxy Tab aufnehmen kann. Die Videos wirken scharf und laufen flüssig. Aber auch hier gilt: Bei schlechten Lichtverhältnissen nimmt das Bildrauschen derart zu, dass die Videos nahezu unbrauchbar werden. Die Frontkamera ist für Videotelefonie gedacht und reicht zu diesem Zweck auch aus. Tablets sind aufgrund ihres Formates und des etwas auffälligen Bildes, das man beim Fotografieren und Filmen abgibt, für diesen Zweck sicher nicht die erste Wahl. Daher wurde den Kameras beim 10.1 wohl zu Recht keine Priorität eingeräumt.

Innere Werte und Bedienung unter Android 3.1 Honeycomb

Wie alle aktuellen Honeycomb-Tablets verfügt auch das Samsungs neues Tab über einen Tegra-2-Prozessor von Nvidia mit 2 ARM Cortex-A9 CPU-Kernen, die einen Maximaltakt von 1.000 MHz erreichen. Für die Grafik ist ein Ultra-Low Power (ULP) GeForce Grafikprozessor zuständig. Der Arbeitsspeicher ist mit 1 Gigabyte großzügig ausgelegt. Die Konnektivität ist durch Bluetooth, Dualband-WLAN nach dem modernen Standard 802.11n sowie separat zu erwerbende Adapter für USB, microSD-Speicherkarten und einen HDMI-Ausgang gewährleistet, die allesamt mit dem proprietären Multiport an der Unterseite des Geräts verbunden werden.

Mit an Bord sind auch zahlreiche Sensoren. Neben einem Gyroskop (3-Achsen-Lagesensor), einem Beschleunigungssensor und dem elektronischen Kompass ist hier besonders das A-GPS-Modul zu nennen, das im Test einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hat. Selbst in geschlossenen Räumen findet das GPS meistens innerhalb weniger Sekunden den präzisen Aufenthaltsort.

In der Praxis sorgt der Hardwareuntersatz für viel Freude an der Bedienung des Tablets. Der Touchscreen reagiert verzögerungsfrei, einzig Texteingaben verlaufen mit den mitgelieferten Softwaretastaturen manchmal etwas träge. Programme starten sofort und mit einem netten Überblendungseffekt. Bis zu 5 Startbildschirme kann man frei mit Verknüpfungen und Widgets belegen. Die mitgelieferten Widgets informieren etwa über anstehende Termine oder neu eingegangene E-Mails, ohne dass man vorher das entsprechende Programm starten muss. Berührt man dort eine Mail oder einen Termin, öffnet sich die entsprechende Ansicht der zum Widget gehörenden App. Auch der Music Player verfügt über ein Widget, das den aktuellen Titel sowie ein kleines Bild des Albumcovers anzeigt und rudimentäre Funktionen wie Play/Pause und Titelsprünge direkt vom Homescreen aus ermöglicht. Bestimmte, bereits für Honeycomb 3.1 angepasste Widgets lassen sich ganz einfach in ihrer Größe verändern.

Home Screen
  Home Screen (zum Vergrößern Bilder klicken)  App- und Widget-Dock


In der rechten unteren Ecke des Bildschirms findet man die Statusanzeige mit Uhr, Ladezustand des Akkus, Empfangsstärke des WLANs, GPS-Status und weiteren Systemmeldungen wie Informationen über eingegangene Nachrichten, installierte Programme und Downloads. Über Tippen auf die Uhr gelangt man zum Einstellungsmenü. Links unten befinden sich die drei typischen Honeycomb Softkeys für zurück, den Homescreen sowie eine Liste von Miniaturansichten der zuletzt genutzen Programme, die sich vertikal durchscrollen lässt. Eine Liste aller installierten Apps (App Drawer) ruft man über eine Schaltfläche oben rechts auf, direkt daneben gelangt man zu der Ansicht, in der man die Widgets und Shortcuts zu den Apps auf die verschiedenen Homescreens verteilen kann.

  Status (zum Vergrößern Bilder klicken)  App Drawer


Das von Google mit einem hübschen Tilt-Effekt aufgepeppte, horizontale Wechseln zwischen den Homescreens gelingt flüssig, solange sich nicht zu viele Widgets auf den Homescreens befinden, was zu leichtem Ruckeln führen kann. Hält man das Galaxy Tab 10.1 anders als in der „Normalposition“ mit der Frontkamera nach oben, verschlechtert sich der flüssige Eindruck und man hat stets mit leichtem Ruckeln und etwas hakeligen Übergängen zu kämpfen. Einen noch nicht optimalen Eindruck hinterlässt auch der Effekt beim Drehen des Bildschirms: Das geht zwar fast verzögerungsfrei und sieht auch nicht schlecht aus, aber man kann es sich durchaus noch besser vorstellen.

Diese Phänomene dürften aber mit Sicherheit durch künftige Updates beseitigt werden, die die Grafikleistung des Betriebssystems weiter optimieren. Obwohl die Honeycomb-Oberfläche bereits jetzt viel Liebe zum Detail verrät, ist in Sachen Tempo, Effekte und Coolness noch Luft nach oben, wo nach wie vor das iPad 2 als Maßstab thront.

Out oft the Box: Die Softwareausstattung des Galaxy Tab 10.1 ohne TouchWiz

Wie weit kommt man mit der mitgelieferten Software des Galaxy Tab 10.1? Hier einige Beispiele:

Wie schon erwähnt, verfügt der Samsung Music Player über ein nützliches Widget für den Homescreen. Neue und häufig gehörte Alben kann man in einer schicken Cover-Flow-Ansicht durchscrollen. Vom Funktionsumfang her bietet der Player nur Standardkost wie die üblichen Wiederholfunktionen. Man kann sich neue und kürzlich gehörten Alben, alle Alben, Interpreten, alle Titel, Playlists und Genres anzeigen lassen. Auch diese Ansichten erfreuen das Auge durch gelungene kleine Animationen. Zu nennen bleibt dann noch die Suchfunktion, das war es aber auch schon. Negativ schlägt zu Buche, dass man überhaupt keine Möglichkeit hat, den Sound den eigenen Hörgewohnheiten anzupassen oder Schwächen des Ausgangsmaterials auszugleichen, denn der Player von Samsung verfügt weder über einen Equalizer noch über Sound Presets – schwach. Läuft Honeycomb insgesamt bereits erfreulich stabil, nervte uns der Player mit häufigen, reproduzierbaren Abstürzen.

Öffnet man das „Galerie“ genannte Bildbetrachtunsgprogramm, erscheint eine Vorschau aller Ordner auf dem Tablet, die Bilder enthalten. Das gilt auch für die Musik-Ordner, in denen Albumcover hinterlegt sind. Das stört und lässt sich auch leider nicht deaktivieren. Tippt man auf einen Ordner, werden die enthaltenen Fotos animiert als Vorschaubilder über den Bildschirm verteilt, wo dann durch erneutes Tippen auf ein Foto der Vollbildmodus geöffnet werden kann. Dort wechselt man durch Vertikales Wischen zwischen den Bildern des Ordners, was flüssig gelingt. Pinch-to-Zoom funktioniert sehr schnell und präzise, Bildinformationen werden rasch nachgeladen, sodass der Ausschnitt in wenigen Sekunden scharf erscheint. Weitere Funktionen sucht man abgesehen von einer simplen Diaschau vergebens.


  Cover Flow (zum Vergrößern Bilder klicken)  Galerie


Der eingebaute Videoplayer kann ebenfalls nur das Nötigste und ist keine weitere Erwähnung wert. Interessanter ist in diesem Zusammenhang die häufig gestellte Frage, welche Videoformate das Galaxy Tab 10.1 „out oft he box“ und ohne lästiges Konvertieren ruckelfrei abspielen kann. Nach unseren bisherigen Versuchen liegt der Teufel hier im Detail. Niedrig aufgelöstes Videomaterial (PAL/DVD) im Containerformat AVI verdaut das Tab meist ohne Murren, obwohl es auch hier auf den eingesetzten Codec anzukommen scheint, denn einige AVI-Filme lassen sich partout nicht abspielen oder ruckeln stark. Eindeutiger sind die Erkenntnisse bei HD-Videos im Format H.264, die meistens in MKV-Containern daherkommen und im sogenannten High Profile kodiert sind. Hier macht das Galaxy Tab schlapp: Die Filme werden – wenn überhaupt – als Diaschau wiedergegeben. Abhilfe schafft das Umkodieren ins Baseline Profil und die Wahl des Containers MP4, was recht einfach mit freien Programmen wie XMedia Recode bewerkstelligt werden kann. Hier besteht noch Nachholbedarf bei den verwendeten Codecs bzw. deren Optimierung auf den Tegra 2 Prozessor, die hoffentlich schon im bereits fertig gestellten Update auf Honeycomb 3.2 enthalten sind – offizielle Informationen dazu waren nicht zu bekommen. Unsere Tests mit umkodierten 720p-Videos haben für Begeisterung gesorgt: Es lässt sich eine absolut flüssige Wiedergabe von detailreichen, knackscharfen Bildern mit brillanten Farben und sehr guten Kontrasten erreichen. Wir wagen sogar die Behauptung, dass es zurzeit kein anderes Tablet auf dem Markt gibt, das es in dieser Hinsicht mit dem Galaxy Tab 10.1 aufnehmen kann. Das iPad 2 fällt hier allein schon aufgrund der deutlich niedrigeren Auflösung zurück. 

Ebenfalls vorinstalliert sind Clients für E-Mail und Google Mail. Speziell der E-Mail-Client glänzt nicht gerade mit einem besonders großen Funktionsumfang. So kann man nicht einmal einstellen, in welchem IMAP-Ordner Kopien gesendeter Mails landen sollen. Das ist ärgerlich, weil diese standardmäßig im Ordner „Sent“ landen, den Mailprogramme wie Outlook in der Grundeinstellung nicht verwenden. Ansonsten gefällt die schlichte, helle Oberfläche durch Übersichtlichkeit und intuitive Bedienung. In der Grundansicht sieht man rechts die aktuellsten Mails und in der linken Spalte die verschiedenen Ordner. Wählt man einen der Ordner, sieht man rechts nur die Mails, die in diesem Ordner liegen. Tippt man auf eine Mail, wandern die Nachrichten aus diesem Ordner nach links und im rechten Bereich wird die Vollansicht der Mail angezeigt. Dort findet man dann auch Schaltflächen für das Herunterladen/Betrachten von Anhängen sowie zum Weiterleiten und Antworten. Die App für Google Mail ist bei identischem Design ähnlich aufgebaut, verfügt aber über zusätzliche Einstellmöglichkeiten und eine Suchfunktion. Ob uns auf diesem Wege die Benutzung von Google Mail schmackhaft gemacht werden soll? Zum Thema Google später mehr.

  E-Mail (zum Vergrößern Bilder klicken)  Google Mail


Die Honeycomb-Apps für Kontakte sowie der Kalender hinterlassen einen guten Eindruck. Die Kontakte App zeigt nach dem Öffnen links alle Kontakte in alphabetischer Reihenfolge und rechts die Details zum gerade ausgewählten Kontakt an. Oben links befinden sich Schaltflächen für die Bearbeitung bestehender und die Anlage neuer Kontakte. Es können alle erdenklichen Informationen erfasst werden. Schade, dass Ereignisse wie Geburtstage zwar angezeigt werden, aber nicht über die App angelegt werden können. Die Kontakte lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen, die gezielt ausgewählt werden können. Kontakte können entweder nach Vor- oder Nachnamen sortiert, versendet sowie im- und exportiert werden. Am schnellsten findet man einen Kontakt über das Suchfenster. Der Kalender ist ebenfalls schlicht gehalten und bietet neben einer Suchfunktion Monats-, Wochen- und Tagesansichten sowie die automatische Einblendung von deutschen Feiertagen und Geburtstagen aus dem Google Kalender. Neben wenigen Einstellmöglichkeiten bietet das Menü verschiedene Benachrichtigungsoptionen für die Erinnerungsfunktion.

  Kontake (zum Vergrößern Bilder klicken)  Kalender


Der Internetbrowser ist das Kernstück jedes Tablets, und hier hat Google ganze Arbeit geleistet. Neben der bei Honeycomb obligatorischen Unterstützung von Flash 10.3, das man sich allerdings erst aus dem Market herunterladen muss, glänzt der Browser durch Schnelligkeit und komfortable, intuitive Bedienung. Alle wichtigen Funktionen wie Tab-Browsing und Favoriten, die man von Desktop-Browsern gewohnt ist, sind hier ebenfalls implementiert und sehr gut zugänglich. Der Seitenaufbau erfolgt rasant, das Scrollen gelingt flüssig. Die Anpassung von Text an den gewählten Bildausschnitt funktioniert ebenso reibungslos wie Pinch-to-Zoom. Hat man etwa eine Nachrichtenseite aufgerufen, genügt doppeltes Tippen auf einen bestimmten Textbereich, und schon wird dieser optimal vergrößert und angepasst. Flash Elemente werden einwandfrei angezeigt, sodass man auch eingebettete Videos im Browser anschauen kann. Aufgerufene Seiten lassen sich per Stern-Taste zu den Favoriten hinzufügen, die zusammen mit dem Verlauf auf einer gesonderten Seite verwaltet werden können. Als zusätzliches Schmankerl lassen sich die Favoriten als Widget auf einen Homescreen legen und so von dort aus direkt aufrufen. Uns hat das Surfen mit Honeycomb viel Spaß gemacht. Begünstigt durch den Formfaktor der Geräte ermöglicht der Browser ein mobiles Surferlebnis, das sich erstmals auf Augenhöhe mit Desktop-Browsern wie Firefox befindet.

Sonstige Software, Spiele und der Android Market

Neben den oben genannten Essentials sind natürlich noch zahlreiche andere Apps auf dem Galaxy Tab 10.1 vorinstalliert. Zu nennen sind hier Amazons E-Book Reader Kindle, ein Taschenrechner und zahlreiche Gratisapps aus dem Hause Google wie Google Bücher, Google Maps mit Street View, Latitude, Google Talk, das Movie Studio, der Nachrichtenhub Pulse, eine sehr gelungene YouTube App und das zugekaufte Quickoffice, der neben seiner Funktion als Dateimanager das Erstellen und Bearbeiten von Office-Dokumenten und Powerpoint-Präsentationen ermöglicht. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Google Maps Navigation mit Sprachansage, die vom Funktionsumfang her zwar kein vollwertiges Navi ersetzen kann, einem bei vorhandener Internetverbindung aber zuverlässig den Weg weist und für gelegentliche Nutzung völlig ausreicht.

  Navigation (zum Vergrößern Bilder klicken)  YouTube App Startseite


Über die Android Market App oder auch Amazons Appstore kann man sich jederzeit Nachschub besorgen oder vorinstallierte Apps durch bessere ersetzen. Die Auswahl ist hier zwar prinzipiell riesig, leider werden viele Android Apps aber erst nach und nach an Tablets angepasst, sodass man sich oft mit den Handy-Versionen begnügen muss, die den bestehenden Platz nicht ansatzweise ausnutzen oder durch einfaches Hochskalieren pixelig wirken. Zudem sind die angepassten Apps mangels entsprechender Sortierfunktion im Market nur schwer zu finden. Für die Zukunft hat Google hier Abhilfe versprochen. Weitere Quellen für Apps sind die App Stores von Samsung und Amazon sowie die Tegra Zone von Nvidia für Spiele. Google bietet einige Gratisapps an, die sich durchaus lohnen: Google Earth ist vom PC bekannt, der Google Übersetzer funktioniert erstaunlich gut und liest Ergebnisse auch vor, und das etwas nerdmäßige Google Sky sorgt bei Menschen, die die App nicht kennen, regelmäßig für große Augen. Die App für Googles neues Social Web Google+ ist zwar nicht angepasst, macht aber auch auf Tablets eine gute Figur. Google Goggles ist eine Augmented Reality App im Betastadium, die aber schon erstaunlich viel erkennt.

  Android Market (zum Vergrößern Bilder klicken)  Tegra Zone


Was das Galaxy Tab 10.1 als mobile Spielkonsole leistet, muss sich erst noch herausstellen, denn bisher gibt es nur eine gringe Anzahl an angepassten Spielen. Erfahrungsgemäß ist davon auszugehen, dass künftige Optimierungen aufwändigere Spiele als die möglich machen, die bereits zu bekommen sind. Dazu gehören kostenlose Klassiker wie Angry Birds I-III, das ansehnliche Gratis-Arcadegame Air Attack HD sowie Riptide-GP, dass man als auch als kostenfreie Demoversion bekommt und das einen durchaus beeindruckenden Ausblick auf die zukünftigen Grafikmöglichkeiten bietet.

  Riptide GP (zum Vergrößern Bilder klicken)  Angry Birds Rio


Der Google Account und die Systemintegration

Wer noch keinen Google Account hat und sich auch keinen zulegen möchte, sollte vom Kauf eines Android Tablets Abstand nehmen. Das mag hart klingen, ist aber absolut ernst gemeint, denn ohne Google Account geht wenig. Das fängt damit an, dass sämtliche Einstellungen, die man am Galaxy Tab vornimmt, auf Googles Servern gesichert werden können und auch sollten. Muss man das Tablet nämlich auf Werkseinstellungen zurücksetzen, erspart einem die Sicherung die ggf. mühsame und langwierige Rekonstruktion der Konfiguration. Als Beispiel seien hier die WLAN-Hotspots und deren Passwörter genannt. Hat man sich erst einmal in verschiedene Hotspots wie zu Hause, bei der Arbeit, beim Lebenspartner, dessen Eltern, den eigenen Eltern, Freunden usw. eingeloggt, ist es äußerst ärgerlich, wenn man nach einem Datenverlust von vorne anfangen darf. Hat man einen Google Account, kann man die gesammelten Zugangsdaten sogar mit einem anderen Android Tablet oder Smartphone weiter nutzen. Google merkt sich auch, welche Apps man kauft und installiert. Diese werden später im Market unter „Meine Apps“ angezeigt und können jederzeit wieder heruntergeladen und neu installiert werden, sogar auf einem neuen Modell. Der Kauf von Apps aus dem Android Market kann ausschließlich über einen Google Account erfolgen, dem man zu diesem Zweck eine Kreditkarte hinzufügen muss.

Ein weiterer Vorteil dieses Konzeptes ist die weitgehende Integration vieler Apps. Die Kalender App hält ihre Daten nicht auf dem Gerät vor, sondern nutzt den Google Kalender im Netz. Das gleiche gilt für die Kontakte, die ebenfalls auf Googles Servern liegen und so überall verfügbar sind, wo man sie braucht.  Die Kontakte App bietet neben den Einträgen passende Schaltflächen für kontextbezogene Aktionen an. So findet sich neben der E-Mail-Adresse ein Button für den direkten Aufruf der Mail App mit einer neuen Mail an diese Adresse. Neben der Anschrift findet sich ein Softkey für die Anzeige des Standortes in Google Maps. Hat man eine SMS-App wie WebSMS installiert, findet sich neben Handynummern ein Key für den direkten Versand einer Kurznachricht. Die Mail Apps, WebSMS, Google+ und Maps greifen ebenfalls auf die Kontakte zu und ermöglichen so eine schnelle Suche. Will man beispielsweise sehen, wie es bei einem Bekannten vor der Tür aussieht und sich die Strecke dorthin vom aktuellen Standort aus anzeigen lassen, genügt es, die Kontakte App zu öffnen, dort den Kontakt zu suchen und neben der Anschrift auf die Schaltfläche für Google Maps zu tippen. Es erscheint der passende Kartenausschnitt. Die Adresse ist dort mit einem kleinen Popup markiert. Drückt man auf das Popup, öffnet sich ein Fenster mit den Auswahlmöglichkeiten Karte, Route und Street View. Street View beamt die Ansicht vor die das entsprechende Grundstück, ein Druck auf Route öffnet die Navigation, die einen vor dem Start noch fragt, ob man als Fußgänger, Autofahrer oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin gelangen möchte. Nicht zu vergessen ist die systemweit integrierte, erstaunlich gut funktionierende Sprachsuche, die in vielen Apps als Alternative zum Eintippen von Text angeboten wird. Dieses hochintegrierte, bei Apple seit langem bewährte Konzept zieht sich durch die gesamte Bedienung unter Honeycomb, die dadurch komfortabel, intuitiv und effizient gelingt und einfach Spaß macht.

eVendi Tipp
Das ewige Warten auf die neuen Galaxy Tabs hat endlich ein Ende: Samsung hat in einer offiziellen Pressemitteilung den Marktstart des 10-Zoll-Modells in der UMTS-Variante für August angekündigt und Amazon verspricht die Auslieferung an die Kunden ab dem 18.08.2011. Einige Händler könnten das Gerät auch schon früher versenden. Angaben zu Verfügbarkeit und Preisen findet man im eVendi Preisvergleich. Das Gerät wird in der hier getesteten Konfiguration ausgeliefert. Gleich zum Marktstart soll aber schon mit der Verteilung des Updates mit Samsungs Oberfläche TouchWiz begonnen werden.
UPDATE: Nach Kenntnisstand vom 07.08.2011 wird die in Deutschland zuerst erhältliche UMTS-Variante offenbar schon mit TouchWiz ausgeliefert. Die vorgestellten Apps sind gleichwohl alle enthalten.
UPDATE 2: Wie u.a. Computerbase heute (09.08.2011) vermeldet, hat Apple den Vertrieb des Galaxy Tab 10.1 in der EU mit der Ausnahme Holland durch ein Düsseldorfer Gericht per einstweiliger Verfügung stoppen lassen. Bis zu einer Verhandlung sollen jetzt 4-5 Wochen vergehen. Bis dahin darf das Tablet hier weder verkauft noch beworben werden.
UDATE 3: Die Händler, die schon Ware von Samsung bezogen hatten, dürfen offenbar weiter abverkaufen, nur nachgeliefert werden darf im Moment wohl nicht.

Fazit: Mit dem Galaxy Tab 10.1 und der kleineren, technisch aber wohl identischen Version Galaxy Tab 8.9 ist Samsung ein großer Wurf gelungen. Das schicke Tablet setzt sich von seinen Mitbewerbern mit Nvidias Tegra 2 durch ein deutlich geringes Gewicht, die angenehm flache Bauweise und das grandiose Display ab. Die durchdachte und flüssige Bedienung mit ihren eleganten Effekten lässt ungetrübtes Tablet-Feeling aufkommen, und auch die Softwareausstattung kann sich sehen lassen. Es ist zwar zu spüren, dass Honeycomb in der Version 3.1 noch an der einen oder anderen Stelle eine Optimierung vertragen könnte, aber bereits in diesem frühen Stadium gibt es kaum etwas auszusetzen. Im Gegensatz zum iPad 2 mit iOS erkauft man sich beim offenen Betriebssystem Android den Komfort und die hohe Integration nicht für den Preis eines geschlossenen Systems, bei dem der Hersteller die Anwender gängelt, weil er alles unter Kontrolle behalten will. So wird es bei Apple niemals offiziell möglich sein, Custom-ROMs mit von Softwarebastlern angepassten Betriebssystemen zu verwenden oder Dateien ohne iTunes vom oder auf das Tablet zu transferieren. All diese Einschränkungen entfallen beim Galaxy Tab 10.1, mit dem man kurz gesagt machen kann, was man will. Und wofür legt man sonst Geld auf den Tisch?

Ausblick: Im dritten Teil der eVendi Artikelserie wollen wir das das Galaxy Tab 10.1 mit dem Apple iPad 2 vergleichen. Stellt der Herausforderer eine ernsthafte Bedrohung für den Martführer dar? Für wen ist welches Tablet das richtige? Soviel vorab: Es wird spannend, und einen eindeutigen Sieger gibt es nicht. Mehr dazu in Kürze im dritten Teil der Tablet Artikelserie von eVendi.

Auf Tabtech.de gibt es einen weiteren, sehr schönen Testbericht zum Galaxy Tab 10.1 mit interessanten Videos, der sich auch mit Samsungs Oberfläche TouchWiz beschäftigt.

 

Sven Kloevekorn | 04.08.2011 09:01
Top Shops bei eVendi

© 1997-2014 Copyright by eVendi GmbH & Co. KG