Powerline - Das Steckdosen-Netzwerk

Quelle: www.evendi.de

Für die einen noch Fremdwort, für die anderen eine längst und viel diskutierte Alternative zu üblichen Netzwerklösungen: Powerline, auch Homeplug oder TFA (Trägerfrequenzanlage) genannt. Wurde die Verbindung zwischen verschiedenen PCs, dem Drucker, dem Telefon und dem Internet bislang in der Regel über Kabelnetzwerke (LAN) oder Funknetzwerke (Wireless LAN sprich WLAN) aufgebaut, wird zunehmend über Powerline-Netzwerke gesprochen. Wie das englische Wort Powerline zu Deutsch „Stromleitung“ schon sagt, fließen die Daten hierbei über das Stromnetz. Mithilfe spezieller Adapter für die Steckdose kann das gewöhnliche Stromnetz so theoretisch zur High-Speed-Verbindung umfunktioniert werden, die dann auch die hintersten Winkel des Hauses erreicht. Welche Vor- und Nachteile die Powerline-Technologie wirklich bietet und welche Anbieter es gibt, verrät Ihnen eVendi.de in diesem Artikel.

Technik
Powerline verwendet das im Haus oder der Wohnung vorhandene Stromnetz zum Einrichten eines Netzwerks. Die Netzwerk-Anschlüsse haben unterschiedliche Bezeichnungen wie etwa PLC, dLAN oder Homeplug-Adapter. In jedem Raum, in dem sich eine Steckdose befindet, stehen die Daten theoretisch zur Verfügung. Allerdings wird für jeden Standort ein eigener Adapter benötigt, wobei abhängig vom Modell mehrere Geräte an einen Adapter angeschlossen werden können. Einfache Modelle sind bereits für weniger als 30 Euro zu haben. Ein Netzwerk lässt sich bereits mit zwei Adaptern aufbauen, die wie normale Stecker in die Steckdose gesteckt werden. Neben dem Adapter ist die Qualität der Stromleitungen im Haus ausschlaggebend für die Reichweite und Sendeleistung des Powerline-Netzwerks.

eVendi Tipp
Bereits eine zwischengeschaltete Mehrfachsteckdose dämpft das Signal. Um eine optimale Sende- und Empfangsleistung zu erzielen, stecken Sie die Adapter besser direkt in die Steckdose.

Datensicherheit
Grundsätzlich ist das Sicherheitsrisiko bei Powerline geringer als bei WLAN, da der Datenzugriff nur innerhalb des geschlossenen Stromkreises möglich ist. Datendiebe müssen also direkten Zugang zu Ihren Steckdosen haben. Sollte dies tatsächlich einmal der Fall sein (Achtung: Denken Sie auch an Steckdosen im Außenbereich wie auf der Terrasse), kann immerhin noch die Verschlüsselung des Netzwerks vom Datenraub abhalten.
Als sicherste Netzwerklösung gilt nach wie vor das LAN-Netzwerk, da hier tatsächlich nur die Person auf die Daten zugreifen kann, die per Kabel, direkt mit dem Netz verbunden ist. Die unsicherste von allen drei Varianten ist das WLAN-Funknetz, da hier der Eingriff von außen relativ einfach ist. Setzen Sie bei der Verschlüsselung auf WPA (WiFi Protected Access) als Standard, um sich bestmöglich vor Datenraub zu schützen.

eVendi Tipp
Schützen Sie ihr Netzwerk unbedingt durch individuelle Passwörter und einen persönlichen Netzwerknamen. Vorgegebene Passwörter und Netzwerknamen der Hersteller sind in der Regel leicht zu durchschauen.

Adapter
Notwendig zum Aufbau eines Powerline-Netzwerkes sind mindestens zwei Powerline-Adapter, wobei die Datenübertragungsrate von der Wahl der Adapter abhängt. Das Netgear XE102G Adapter-Set ist bereits für weniger als 40 Euro zu haben, wobei der HomePlug-1.0-Standard eine Geschwindigkeit von 14 Mbit/s und eine Reichweite von etwa 200 Metern erreicht. Theoretisch ist mit diesem Adapter eine Überbrückung mehrerer Stockwerke möglich.

 

Eine höhere Datenübertragungsrate bietet das Allnet Powerline Ethernet Bridge Bundle mit 85 Mbit/s. Filme und Musik sind hiermit einwandfrei zu senden und zu empfangen. Kostenfaktor: ca. 55 Euro.

 



In unabhängigen Tests schneidet der Devolo dLAN 200 AV besonders gut ab. Dieser Adapter besitzt eine Übertragungsrate von 200 Mbit/s und macht eine schnelle und einfache Verschlüsselung des Netzwerks sowie Verbindung der Adapter untereinander durch Knopfdruck möglich. Im Sinne einer optimalen Übertragung und Minimierung von Störsignalen besitzen Adapter des Herstellers Devolo integrierte Steckdosen für Router oder PC.

 

eVendi Tipp
Kalkulieren Sie nicht genau mit der Reichweitenangabe des Herstellers. Da Tests ergeben haben, dass die angegebenen Werte oft nicht erreicht werden, kaufen Sie lieber einen Adapter mit einer höheren Reichweitenangabe, um eine optimale Verbindung zu gewährleisten.

Vorteile von Powerline-Netzwerken

  • Flexibilität: Ein guter Grund für die Verwendung der Powerline-Technologie ist die große Flexibilität, die sie dem Anwender bietet. Wer beispielsweise mit dem Laptop in verschiedenen Räumen arbeitet, den Drucker jedoch an einem festen Ort stehen hat, kann von jeder Steckdose aus problemlos über die Stromleitung drucken. Die Geräte können sich dabei bis zu 100 Meter voneinander entfernt befinden. Gegenüber anderen Netzwerklösungen ermöglicht Powerline den Versand und Empfang von Daten in jedem Winkel des Hauses, da jeder Raum über mindestens eine Steckdose verfügt. Bei einem normalen LAN-Netzwerk hingegen müssen zuerst aufwändig Kabel verlegt werden. Das Verlegen von Kabeln entfällt zwar bei der Wahl für ein WLAN-Netzwerk, jedoch sind die Grenzen der Funktechnik schnell erreicht, wenn die Signale durch Wände und Decken gesendet werden sollen.
  • Einrichtung: Die Einrichtung des Powerline-Netzwerks bedeutet praktisch keinen Aufwand. Alles was Sie brauchen sind zwei Powerline-Adapter, zwei Steckdosen und schon kann es losgehen. Wesentlich mehr Installations- und Sicherungsaufwand erfordert dagegen ein WLAN-Netzwerk.

Nachteile von Powerline

  • Geschwindigkeit: In älteren Häusern hat zumeist auch die Stromleitung ein paar Jahre auf dem Buckel. Folge ist eine geminderte Geschwindigkeit des Datentransfers, die z.B. durch dünne Kabel zustande kommt. Auch Dimmer oder Leuchtstoffröhren können sich störend auf die Leistung von Powerline auswirken. In unabhängigen Tests wurden die angestrebten 200 Mbit/s nur in den seltensten Fällen erreicht. Die Geschwindigkeit von Powerline in den eigenen vier Wänden überprüfen Sie am besten durch den Kauf zweier unterschiedlicher Adapter.
  • Kompatibilität: Mittlerweile haben sich verschiedene Standards etabliert, die nicht unbedingt miteinander kompatibel sind. Adapter verschiedener Hersteller verwenden also nicht immer die gleichen Sende- und Empfangskanäle. In der Regel verstehen sich jedoch auch die Geräte unterschiedlicher Hersteller, solange diese den Homeplug-AV-Standard unterstützen.
  • Störungen: Während das Stromnetz als Datenleitung verwendet wird, senden die Steckdosen elektromagnetische Wellen aus, die wiederum andere Geräte im Haus stören können.

Fazit
Wer sich für Powerline und somit für ein Netzwerk über das Stromkabel entscheidet, hat letztlich die Qual der Wahl in Sachen Datenübertragungsrate. Ein Blick auf die Geräte der Hersteller lässt einen deutlichen Trend in Richtung 200 Mbit/s erkennen. Diese Adapter bieten in der Regel den Standard Homeplug AV, der mit anderen Geräten kompatibel ist und Video-Streaming in DVD-Qualität bzw. HD-Auflösung erlaubt. Den Vorteil der schnellen Installation und die ewige Verbannung der Kabel durch diese neue, insgesamt doch zuverlässige Powerline-Technik stellt sich letztlich auch ein Stück weit als cooler Luxus dar. Powerline-Adapter sind im Vergleich zu Kabel- und Funk-Alternativen die kostspieligere Wahl.

Thema: Strom
Wiebke Schrader | 13.02.2009 14:55
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