OLED-Fernseher - Top oder Flop?

Quelle: Sony

Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM mit 1001 Teilnehmern hat ergeben, dass zwei Drittel der Bundesbürger im Jahr 2009 den Kauf von Elektronik-Produkten für zu Hause planen. Dabei stehen Flachbildfernseher mit 18% an dritter Stelle auf der Liste der geplanten Neuanschaffungen. Angetrieben wird das Ganze von sinkenden Preisen und ständig steigendem Funktionsumfang der Flachbildschirme. Heutzutage wählt ein Käufer immer noch zwischen Fernsehern, die entweder mit LCD- oder Plasma-Technologie hergestellt wurden. Beide Technologien haben ihre Nachteile und die neuen Herstellungsverfahren sowie diverse technischen Verbesserungen alleine können diese Nachteile nicht vollständig eliminieren. Dafür muss eine neue Technologie her, mit einem anderen Aufbauprinzip eines hellen und kontrastreichen Bildes. Diese neue Technologie könnte OLED werden.

Was ist OLED?
OLED steht für "Organic Light Emitting Displays", zu Deutsch "organische Leuchtdiode". Die einzelnen Pixel eines solchen Bildschirms bestehen aus halbleitenden organischen Materialien, die bei Stromzufuhr leuchten. Dies bedeutet, dass OLED-Bildschirme im Vergleich zu LCD-Bildschirmen keine Hintergrundbeleuchtung benötigen und daher deutlich weniger Strom verbrauchen. Außerdem ermöglicht die OLED-Technologie einen deutlich höheren Kontrastwert und Blickwinkel als bei LCD.
Im Vergleich zu Plasma-Bildschirmen, tritt bei der OLED-Technologie kein Pixeleinbrenneffekt auf und die Darstellung von Schwarz und Weiß ist noch natürlicher.
Da das OLED-Panel keine Hintergrundbeleuchtung braucht, ist die Herstellung von besonders dünnen OLED-Bildschirmen möglich.


eVendi Tipp
Der Begriff OLED wird sehr oft mit LED-Beleuchtung verwechselt. Bei der LED-Beleuchtung handelt es sich jedoch um eine Bauart der LCD-Panels, bei denen statt herkömmlichen Leuchtstoffröhren eine aus mehreren LEDs bestehende Hintergrundbeleuchtung verwendet wird, die wesentlich leuchtstärker und stromsparender ist, als Leuchtstoffröhren.

Erster serienreifer OLED-Fernseher
Bereits im Mai 2004 hat der japanische Hersteller Epson den damals weltgrößten OLED-Bildschirm mit der Bilddiagonale von 40 Zoll vorgestellt. Es war aber ein eher experimentelles Modell (Abb.1), dass aus vier 20 Zoll Panels zusammengestellt wurde.

OLED TVXEL-1
Abb.1Abb.2

So weit so gut, man könnte sich sogar schon wundern, warum man auf den Regalen in Elektronik-Fachmärkten nicht ausschließlich OLED-Fernseher sehen kann.
Wie alles auf dieser Welt ist auch die OLED-Technologie nicht perfekt und hat einige Nachteile. Das größte Problem ist die relativ geringe und vor allem unterschiedliche Lebensdauer verschiedener Farbkomponenten des OLED-Bildschirms. Während die roten OLED-Komponenten eine relativ lange Lebensdauer haben, ist diese bei blauen Komponenten viel kürzer, was dazu führt, dass die Farbtreue mit der Zeit erheblich nachlässt.

Ende 2007 hat Sony den ersten kommerziellen OLED-Fernseher vorgestellt. Dieses Modell mit der Bezeichnung XEL-1 (Abb.2) hat zwar ein großes Interesse seitens der Fachmedien geweckt, konnte aber bei Käufern keine große Beliebtheit finden. Obwohl der Hersteller bei dem XEL-1 von einem Kontrastverhältnis von 1.000.000:1 sowie einem perfekten Schwarzwert auf einem extrem leuchtstarken und lediglich drei Millimeter tiefen Display spricht, würde man dieses, erst seit Anfang 2009 in Deutschland erhältliches Modell, eher nicht bei einer Kaufentscheidung in Betracht ziehen. Der Grund dafür ist der Preis – bei einer bescheidenen Bilddiagonale von gerade mal 28 Zentimetern (11 Zoll) und der Auflösung von 960 x 540 Pixel kostet der XEL-1 im Schnitt stolze 4000 Euro.
Aus diesem Grund kann von einer Invasion der OLED-Fernseher auf dem Markt noch kaum die Rede sein.

OLED-Technologie heute
Das Haupteinsatzgebiet der OLED-Produkte bleibt nach wie vor das Segment der Mobilgeräte, wie beispielsweise der MP3-Player, in denen keine farbgetreue Bildwiedergabe benötigt wird, sondern eine leuchtstarke und kontrastreiche, meistens ein- oder zweifarbige Textanzeige, die zudem weniger Energie als herkömmliche Displays verbraucht.

Aber auch in anderen Bereichen der Unterhaltungselektronik finden die kleinen OLED-Bildschirme immer mehr Anwendung, weil sich wegen ihrer Größe ein relativ niedriger Herstellungspreis erzielen lässt.

Zum Beispiel in den Digitalkameras NV24 HD (Abb.3) und WB1000 (Abb.4) von Samsung befindet sich ein OLED-Bildschirm, welchen der koreanische Hersteller als „Display-Sensation“ bezeichnet und „höhere Bildqualität und ein extrem gutes Kontrastverhältnis“ verspricht. Auch im Edel-Modell 8800 Carbon Arte des finnischen Handy-Herstellers Nokia (Abb.5) ist ein zwei Zoll großer OLED-Display verbaut.

Kamera
Handy
Abb.3Abb.4Abb.5

 

Trotz der Tatsache, dass die führenden Hersteller von Flachbildschirmen wie Samsung, Sony, Panasonic und Toshiba die Sparte der OLED-Fernseher mittelfristig als nicht gerade vielversprechend ansehen, geben sie die Pläne der Herstellung eigener OLED-Fernseher nicht auf und setzen ihre Forschungen auf diesem Gebiet weiter fort.

eVendi.de Team | 14.05.2009 15:21
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