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Ruhe bitte! So bringen Sie Ihrem Computer das Flüstern bei

Ruhe bitte! So bringen Sie Ihrem Computer das Flüstern bei
Foto: www.thermaltake.de

Bislang waren es fast ausschließlich Computerfreaks, die sich mit dem Thema „leiser Rechner“ auseinandergesetzt haben. Sie konstruierten zum Beispiel eigene Wasserkühlungssysteme und vibrationsdämpfende Gehäuse für ihre selbst zusammengestellten Computer-Boliden oder modifizierten deren konventionelle Bauteile. Mittlerweile hat aber auch die Leistung und damit gleichzeitig die Hitzeentwicklung von „normalen“ Komplett-PCs stark zugenommen. Damit wird das Thema ebenfalls für den durchschnittlichen Computernutzer interessant. Außerdem haben inzwischen viele Hersteller von PC-Komponenten die Nische der „leisen“ Bauteile für sich entdeckt. So können sich heute auch deutlich weniger erfahrene Computerschrauber einen leisen PC aus Komponenten „von der Stange“ zusammenbauen – wenn sie nur wissen, wie. Hier finden Sie Tipps zur Auswahl von Komponenten, mit denen Sie Ihrem PC das Lärmen austreiben können.

Flüster-Festplatten

Eine der wichtigsten Geräuschquellen von PCs sind die Festplatten. Viele PC-Nutzer nehmen zwar nur die Geräusche des Lesekopfs ihrer Festplatte wahr, doch auch die sich drehenden magnetischen Scheiben, aus denen die Festplatte besteht, entwickeln ein spürbares Betriebsgeräusch. Die wirksamste Lösung ist es, die konventionelle Festplatte durch eine der erst seit relativ kurzer Zeit erhältlichen und absolut geräuschlosen SSD-Festplatten auszutauschen. Die Nachteile dieser Festplatten sind jedoch ihr vergleichsweise hoher Preis und die geringere Speicherkapazität. Während eine herkömmliche Festplatte mit einem Terabyte Speicherkapazität schon ab circa 60 Euro erhältlich ist, müssen Sie für eine SSD-Festplatte viel tiefer in die Tasche greifen. Eine SSD-Festplatte mit einer Kapazität von 160 Gigabyte kostet beispielsweise in der Regel über 350 Euro.


Eine andere Lösung besteht darin, Festplatten so einzubauen, dass sie möglichst gut mechanisch vom Gehäuse abgekoppelt sind. Allein dadurch, dass Sie Schrauben mit Gummi-Unterlegscheiben benutzen, um eine Festplatte zu befestigen, können Sie die Betriebsgeräusche nicht unerheblich verringern. Außerdem gibt es spezielle Festplattengehäuse (zum Beispiel Scythe Himuro, Alpenföhn Rodler und Innovatek HDM E), die Geräusche wirkungsvoll dämmen. Mit ihrem Korpus, der wie ein Kühlkörper funktioniert, kühlen sie die Festplatten auch noch effizient. Neben solchen Hardware-Komponenten bieten sich auch diverse Software-Tools an, die Festplatten leiser, aber auch etwas langsamer machen – zum Beispiel WinAAM oder SmartHDD.

Leise Lüftung

Andere bedeutende Geräuschquellen in PCs sind die Gehäuselüfter. Prinzipiell sind zwar auch komplett lüfterlose Computer möglich – doch je leistungsfähiger ein System ist, desto stärker müssen die einzelnen Komponenten auch gekühlt werden. Um die Produktionskosten möglichst niedrig zu halten, verwenden viele Hersteller in der Regel günstige Lüfter, die meist nicht effizient genug sind. Diese sorgen oftmals für viel Lärm, weil sie die meiste Zeit auf Hochtouren laufen müssen, um die nötige Kühlleistung zu erreichen. In diesem Fall empfiehlt es sich, die ab Werk eingebauten Lüfter durch teurere, aber leistungsstärkere und dadurch wesentlich leisere Modelle auszutauschen – etwa von Anbietern wie Arctic Cooling, Papst, Revoltec, Sharkoon, Noctua oder Akasa.

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Empfehlenswert sind Lüfter mit einem Durchmesser von 120 Millimeter, weil diese gewöhnlich das beste Verhältnis zwischen Leistung und Betriebsgeräusch bieten. Wenn jedoch Ihr Gehäuse den Einbau solcher Lüfter nicht zulässt, können Sie natürlich auch kleinere Modelle benutzen. Dabei sollten Sie sich aber nicht unbedingt auf die Angaben der Hersteller verlassen, weil diese oft verschiedene Methoden zur Messung der Betriebsgeräusche anwenden. Hier können die unabhängigen Tests in diversen Fachzeitschriften eine gute Hilfe sein.


Ähnlich wie Festplatten können Sie auch die Lüfter mithilfe spezieller Gummischrauben effektiv vom Gehäuse entkoppeln und somit die Geräusche deutlich reduzieren. Einige Hersteller haben zudem Lüftersteuerungsmodule in ihrer Produktpalette, die meistens für den Einbau in die 3,5-Zoll-Laufwerksschächte konstruiert sind (beispielsweise das Zalman ZM-MFC1 Plus, das NZXT Sentry LX und das Aerocool Touch 2000). Mit solchen Steuerungsmodulen überwachen Sie die Temperaturen einiger PC-Komponenten sowie die Drehzahl der Lüfter und können diese ganz bequem anpassen.

Auch die leistungsstarken Netzteile moderner Computer sollten ausreichend Kühlung bekommen. Dafür werden sie heutzutage meistens mit 120mm großen Lüftern ausgestattet. Es gibt zwar einige Netzteile, die komplett passiv gekühlt werden, diese sind aber nicht so leistungsstark wie aktiv gekühlte Modelle. Empfehlenswert sind Netzteile von renommierten Herstellern wie Tagan, Enermax, Be Quiet, Corsair, SilverStone und anderen. Genauso wie Festplatten sollten die Netzteile im Gehäuse möglichst gut mechanisch entkoppelt werden.

Geräuschhemmende Gehäuse

Ein sehr wichtiger Aspekt, der oft vernachlässigt wird, ist das Gehäuse eines Computers. Ein gut konstruiertes Gehäuse ermöglicht Ihnen nicht nur, den Rechner problemlos zusammen- beziehungsweise umzubauen, sondern sorgt auch für eine ausreichende Kühlung. Vor dem Kauf sollten Sie eine klare Vorstellung von allen zu verwendenden Komponenten haben, um eventuelle Einbau- und Platzprobleme zu vermeiden. Beim Kauf eines Gehäuses sollten Sie – von Design und Größe einmal abgesehen – vor allem darauf achten, dass Sie die Festplatten möglichst gut isoliert montieren können und dass es genug Einbaumöglichkeiten für zusätzliche Lüfter gibt. Für den Zusammenbau eines leisen Rechners sind beispielsweise folgende Gehäusemodelle sehr gut geeignet:

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Keinesfalls unterschätzen sollten Sie den Staub, der durch die Öffnungen ins PC-Gehäuse eindringt. Eine Staubschicht auf den PC-Komponenten wirkt wie ein wärmender Pelzmantel und macht daher umso mehr Kühlung notwendig. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass ihr Wunschgehäuse neben einer guten Lüftung auch Staubfilter bietet. Diese sollten Sie regelmäßig reinigen, um ein Verstauben zu vermeiden.

Wenn es um die effiziente Kühlung des Prozessors oder der Grafikkarte geht, ist es generell ratsam, Kühler mit sogenannten Heatpipes in Betracht zu ziehen. Heatpipes (zu deutsch Wärmerohre) sind kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Rohre aus Kupfer, welche die während des Betriebs entstehende Wärme wirksam an den Kühlkörper weiterleiten. Genau wie bei Gehäuselüftern gilt auch hier die Regel: Je größer der Lüfter, desto besser. Ein CPU-Kühler mit einem 120-Millimeter-Lüfter und Heatpipes reicht normalerweise völlig aus, um einen modernen Prozessor bestens zu kühlen. Heatpipes kommen auch bei der geräuschlosen Kühlung von Mainboards (Asus Rampage Formula) und Arbeitsspeicher-Riegeln zum Einsatz. Ein solcher RAM-Baustein ist zum Beispiel der OCZ Reaper OCZ3RPR16004GK. Beispiele für gute Kühler von einigen etablierten Herstellern für Prozessoren sind:

Gute Lösungen für Grafikkarten sind zum Beispiel die folgenden Modelle:

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Wenn ein neues Grafikkartenmodell auf den Markt kommt, wird dieses zunächst nach strengen Vorgaben des jeweiligen Entwicklers hergestellt. Dabei sind die Kühlsysteme solcher Grafikkarten meistens nicht so effektiv und leise wie eigene Konstruktionen einiger Grafikkartenhersteller. Die Grafikkarten mit einer alternativen Kühlung erscheinen in der Regel etwas später auf dem Markt als Referenz-Modelle, sind aber fast immer leiser und effektiver. Auch die Grafikkarte lässt sich natürlich mit speziellen, separat erhältlichen Grafikkartenlüftern ausstatten. Sie sollten jedoch unbedingt beachten, dass die Herstellergarantie dabei verloren geht! Daher ist ein Umbau der Grafikkarte nur technisch versierten Nutzern zu empfehlen.

Fazit
An ihren Schreibtischen dürfte es den meisten Computernutzern nicht so wichtig sein, wie stark sich ihre Rechner akustisch bemerkbar machen. Dass Arbeitsgeräte einen gewissen Lärm verursachen, wird allgemein akzeptiert. Seit einiger Zeit aber sind die PCs im Begriff, auch die Wohnzimmer der Menschen zu erobern. Wer seinen Computer hauptsächlich fürs Home-Entertainment nutzt, will natürlich nicht, dass sich Lüfter- und Festplattengeräusche in seine Lieblingsfilme und -lieder mischen. Einen solchen Wohnzimmer-Rechner leiser zu machen, ist auf jeden Fall sinnvoll und auch längst nicht mehr so kompliziert, wie Sie vielleicht bislang vermutet haben.

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Kommentare

gut und informativ geschrieben

Das Thema wird zunehmend wichtiger. Lärm macht nämlich krank.

mal wieder

ein super toller Artikel.

Großes Kompliment an den Autor

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