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Nikon D3s gegen Canon EOS-1D Mark IV - Kampf der Kamera-Giganten

Nikon D3s gegen Canon EOS-1D Mark IV - Kampf der Kamera-Giganten
Foto: © Alfonso d'Agostino - Fotolia.com

Schon seit Jahren kommen die Platzhirsche in der Profi-Liga der Spiegelreflexkameras aus dem Hause Nikon und Canon. Jetzt haben beide japanischen Hersteller fast zeitgleich nachgelegt: Auf die neue Nikon D3s antwortete Canon nach nur wenigen Tagen mit der vierten Generation seines eigenen Topmodells: der Canon EOS-1D Mark IV. Beide Kamera-Rivalen setzen neue Maßstäbe und verschieben die Grenzen des technisch Machbaren erneut ein Stückchen weiter. Mehr über die Preise und Leistungen dieser beiden neuen High-End-Kameras erfahren Sie hier.

Profi-Preise für Profi-Leistungen
Soviel sei vorweg verraten: Es gibt unzählige Möglichkeiten, preiswerter zu fotografieren. Dass es sich bei den beiden neuen Spiegelreflexkameras von Nikon und Canon um professionelle Arbeitsgeräte für Berufsfotografen handelt, lässt sich schon an den Preisen klar ablesen. Die neue Canon EOS-1D Mark IV ist im Preisvergleich ab knapp 4.700 Euro zu finden und für die Nikon D3s sind sogar mindestens knapp 5.000 Euro fällig. Für das gleiche Geld war in Zeiten der Abwrackprämie ein ganzer Neuwagen zu haben. Ein Foto-Amateur, für den diese beiden Modelle ernsthaft in Frage kommen, müsste demnach ebenso leidenschaftlich wie wohlhabend sein. Auch für so manchen Profi dürfte ihre Anschaffung eine bedeutende Investition darstellen, aber schließlich bekommt er dafür ja auch absolute Spitzenleistungen. Und der Otto-Normal-Knipser wird ja wohl mal träumen dürfen. Dazu hier einige der technischen Details zum Genießen (beachten Sie auch die Tabelle ganz unten).

Lichtempfindlichkeit in einer neuen Dimension
Besonders beeindruckende Fortschritte haben sowohl Nikon als auch Canon bei der maximalen Empfindlichkeit erzielt: Nikons Vorgängermodell, die Nikon D3, bot hier einen ISO-Wert von 25.600. Der Vorläufer der neuen Canon-Kamera, die Canon EOS-1D Mark III, schaffte eine Empfindlichkeit von „nur“ ISO 6.400. Die neuen Modelle stoßen in diesem Punkt in neue Dimensionen vor: Nikon legte eine maximale Empfindlichkeit von sagenhaften ISO 102.400 vor, Canon konterte umgehend und zog mit der vierten Generation seiner EOS-1D gleich. Damit sind beide Kameras auch noch bei Lichtverhältnissen einsetzbar, in denen an Fotografie ohne Blitz bislang gar nicht mehr zu denken war. Reizt der Fotograf diesen Empfindlichkeitsbereich voll aus, dürfte die Bildqualität allerdings kaum noch über die von Handyfotos hinausgehen. Die neue Canon verfügt zusätzlich über einen „Auto Lightning Optimizer“, der schon während der Aufnahme Helligkeit und Kontrast automatisch anpasst. Dies hilft zum Beispiel Fotoreportern, die ihre Bilder sofort unbearbeitet an Redaktionen weitergeben, damit diese die Bilder so schnell wie möglich veröffentlichen können.

Höhere Auflösung
Im Gegensatz zum Vollformatsensor bei der neuen Nikon steckt in der neuen Canon ein etwas kleinerer APS-H-Chip, der einen 1,3-fachen Brennweitenverlängerungsfaktor bietet und nun mit 16,1 statt der zehn Megapixel des Vorgängermodells auflöst. Damit ist die Auflösung nur noch um etwa ein Viertel geringer als bei den Vollformatkameras Canon 1Ds Mark III und Canon 5D Mark II, was das Einsatzspektrum gegenüber dem Vorläufer-Modell deutlich erweitert. Die Belichtungsmessung erfolgt dabei über einen 63-Zonen-Sensor. Neben der Mehrfeld- und Integralmessung sind auch eine Selektiv- und Spotmessung möglich. Nikon verweigert sich dagegen dem Megapixel-Rausch: Der Sensor der D3s löst im vollen Kleinbild-Format weiterhin mit vergleichsweise bescheidenen zwölf Millionen Pixeln auf. Allerdings kommt auch hier ein weiterentwickelter Sensor zum Einsatz und nicht etwa das Modell aus der D3.

Neue Autofokus-Sensoren
Bei der Canon EOS-1D Mark III stand oft das Autofokus-Modul in der Kritik. Dieses hat Canon beim Nachfolger nun komplett überarbeitet: Der neue Autofokus arbeitet jetzt mit insgesamt 45 statt 19 Sensoren, von denen 39 ab einer Offenblende von F2,8 Kreuzsensoren sind. Der Fotograf hat nun auch die Möglichkeit, ebenso wie bei den Nikon-Kameras um bestimmte Fokuspunkte herum Gruppen auszuwählen. Außerdem kann er drei einzelne Sensoren als Preset festlegen. Je nachdem, ob er die Kamera dann im Querformat hält oder nach rechts oder links ins Hochformat dreht, wählt das Gerät automatisch den dafür voreingestellten Fokuspunkt aus. Bei der Nikon D3s sind in diesem Bereich die wesentlichen Eckdaten gleich geblieben – etwa der 100-Prozent-Sucher oder der Autofokus mit 51 Punkten und 15 Kreuzsensoren. Verbessert hat Nikon besonders die Geschwindigkeit des Kontrast-Autofokus im LiveView- und D-Movie-Modus.

eVendi Tipp
Da beide Modelle bei professionellen Fotografen hochbegehrt sind und die Produktionskapazitäten nicht gerade groß sind, sollten Sie vor einem Kauf unbedingt auf die Lieferzeiten achten. Über diese können Sie sich bei eVendi problemlos einen Überblick verschaffen: Per Farbcode bekommen Sie angezeigt, wie schnell der jeweilige Anbieter das Produkt liefern kann.

Geniale Serientäter
Statt eines Digic-III-Bildprozessors stecken in der Canon EOS-1D Mark IV nun gleich zwei Digic-IV-CPUs. Damit schafft sie wie ihre Vorläuferin wieder eine Serienbildrate von bis zu zehn Aufnahmen pro Sekunde. Wenn der Fotograf eine UDMA-6-Karte und das JPEG-Format benutzt, kann er maximal 121 Aufnahmen in Folge schießen. In RAW sind allerdings nur bis zu 28 Bilder in Serie möglich. Der langlebige Verschluss bietet Verschlusszeiten von 1/8.000 Sekunde bis hin zu 30 Sekunden und soll, so Canons Versprechen, mindestens 300.000 Auslösungen durchhalten. Die Nikon D3s ermöglicht ebenfalls Belichtungszeiten zwischen 1/8.000 Sekunde und 30 Sekunden sowie Serienfotos mit bis zu neun Bildern pro Sekunde.

Neu: Foto- und Videokamera in einem
Die neuen Modelle von Nikon und Canon stellen nicht nur erstklassige Foto- sondern gleichzeitig auch vollwertige Videokameras dar. Bei der Nikon D3s handelt es sich um ein komplett neues Feature, dass sie Videosequenzen mit einer HD-Auflösung von 1.280 mal 720 Pixeln und einer Bildrate von 24 Frames pro Sekunde aufzeichnen kann. Daran wird auch deutlich, dass das Augenmerk bei dieser Kamera weiterhin klar auf der Fotografie liegt und Nikon den Videomodus nur als Beigabe betrachtet. Manch andere, teilweise nur halb so teure Kamera bietet hier eine Full-HD-Videoauflösung. Die Aufzeichnung erfolgt im AVI-Format mit Motion-JPEG-Komprimierung. Nach der Aufnahme einer Videosequenz kann der Fotograf einzelne Frames auswählen und als JPEG-Bilder abspeichern. Auf diese Weise kann er problemlos Standbilder von entscheidenden Augenblicken anfertigen. Die neue Nikon nimmt darüber hinaus auch Ton auf – allerdings nur, wenn ein kompatibles externes Stereo-Mikrofon angeschlossen wird.

Wie alle Spiegelreflexkameras, die Canon in jüngerer Zeit vorgestellt hat, kann auch die EOS-1D Mark IV Videos aufnehmen – und zwar im Gegensatz zur D3s auch mit der Full-HD-Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln. Die Bildwiederholrate kann auf 24, 25 oder 30 Frames pro Sekunde eingestellt werden. Wenn der Fotograf sich mit einer HD-Auflösung von 1.280 mal 720 Pixel oder VGA-Auflösung (640 mal 480 Pixel) begnügt, sind sogar Hochgeschwindigkeitsaufnahmen mit 50 beziehungsweise 60 Frames pro Sekunde möglich. Den Ton zeichnet die neue Canon über ein an der Frontseite eingebautes Mono-Mikrofon auf, es kann aber auch ein externes Stereo-Mikrofon zum Einsatz kommen. Zusätzlich verfügt die neue Canon auch noch über ein Mikrofon auf der Rückseite, mit dessen Hilfe der Fotograf seinen Bildern jeweils bis zu 30 Sekunden lange Sprachkommentare hinzufügen kann. Die Videoaufnahmen speichert die Kamera im QuickTime-Format MOV, wobei sie effektiv mit MPEG-4 komprimiert werden. Die Aufnahmelänge ist dabei nur durch die maximale Dateigröße von vier Gigabyte pro Filmsequenz eingeschränkt. Ebenso wie bei der Nikon D3s können die Fotos und Videos über die integrierte HDMI-Schnittstelle unmittelbar nach der Aufnahme auf externen Monitoren oder Fernsehern angezeigt werden.

 

  Nikon D3s Canon EOS-1D Mark IV
     
Bildsensor Vollformat (36 mal 24 Millimeter) APS-H (27,9 mal 18,6 Millimeter)
Auflösung 12 Megapixel 16,1 Megapixel
Formatfaktor 1,0 1,3
Empfindlichkeit ISO 100 bis 102.400 ISO 50 bis 102.400
Fokuspunkte 51 45
Geschwindigkeit 9 Bilder pro Sekunde 10 Bilder pro Sekunde
Videofunktion 1280 mal 720 Pixel, 24 Frames pro Sekunde 1920 mal 1080 Pixel, 30 Frames pro Sekunde
Display 3 Zoll, 920.000 Pixel 3 Zoll, 920.000 Pixel
Sucherbild 100 Prozent 100 Prozent
Speicherkarten 2 mal CompactFlash CompactFlash, SD/SDHC
Maße 16,0 mal 15,7 mal 8,8 Zentimeter 15,7 mal 15,6 mal 8,0 Zentimeter
Gewicht 1240 Gramm 1180 Gramm
Preise ab knapp 5.000 Euro ab knapp 4700 Euro

 

Fazit
Sowohl die Nikon D3s als auch die Canon EOS-1D Mark IV kommen aufgrund ihrer Preise und Leistungen wohl fast ausschließlich für Berufsfotografen in Betracht. Die hohe Geschwindigkeit der Serienbildaufnahme und die Videofunktion prädestinieren diese beiden Kameras besonders für die professionelle Sport- und Action-Fotografie. So manches Aufsehen erregende Pressebild der nächsten Zeit – etwa von der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika oder von den olympischen Winterspielen in Vancouver – wird durch die Objektive dieser Kameras gegangen sein. Für weniger betuchte Liebhaber der hochwertigen Fotografie gibt es von beiden Marken zahlreiche erheblich weniger kostspielige Spiegelreflexkameras. Besonders günstig sind zum Beispiel die Canon EOS 1000D (ab gut 320 Euro) und die Nikon D3000 (ab knapp 340 Euro).

Im direkten Vergleich hat Canon mit der EOS-1D Mark IV in einigen Bereichen die Nase vorn. Während die Nikon D3s nur punktuell bedeutende Fortschritte gegenüber ihrer Vorläuferin macht, kann die neue Canon zahlreiche teils erhebliche Verbesserungen für sich verbuchen. Besonders die Videofunktionalität der Canon-Kamera ist der ihrer Nikon-Rivalin klar überlegen. Ob das allerdings genügt, um Nikon vom Thron der unter Foto-Profis meistgeschätzen Marke zu stoßen, muss sich erst noch zeigen.

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