Der richtige Ski für die Piste - Tipps zu Bindung, Größe und Form

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Er ist älter als das Rad! Schon vor 4000 Jahren wurde der Ski als Fortbewegungsmittel durch die weißen Schneelandschaften genutzt. Damals bestand er aus Holz und die Bindung aus Zweigen. Von da an durchlief der Ski mehrere Veränderungen. Zunächst war er aus Holz oder Metall, mittlerweile aus Glasfaser und Kunststoff. Heute stehen Skier für puren Freizeitspaß und spannenden Sport zugleich. Für jeden Skifahrer findet sich das passende Modell – ganz gleich ob Anfänger oder erfahrener Abfahrer. Bei der Anschaffung neuer Skier gilt es, einige Grundsatzfragen zu beantworten wie zum Beispiel: Wie gut fahre ich Ski? Fahre ich eher sportlich oder gemütlich? Bin ich ein Tiefschneefreund? Hier lesen Sie, welche Skier es gibt, was Sie für die perfekte Abfahrt beachten müssen und worauf Sie bei der Auswahl der Skibindung genaues Augenmerk legen sollten.

Die Qual der Wahl: kurz, lang, breit oder schmal
Für jeden Fahrstil und für jeden Geldbeutel gibt es reichlich Auswahl an Skiern. Bei den Freizeit-Skifahrern stand bis Anfang der 90er Jahre der Alpinski hoch im Kurs. Dieser Ski wurde konstruiert, um Anfängern wie Kennern Pistenabfahrten - ganz gleich welchen Schwierigkeitsgrades - zu erleichtern. Die Stahlkanten der Alpinskier sorgten nämlich für eine sichere Fahrt auf Schnee und Eis. Jedoch wurde der klassische Alpinski durch den Carving-Ski fast gänzlich abgelöst. Dieser zeichnet sich durch eine stärkere Taillierung aus und ermöglicht damit ein leichteres Steuern beim Kurven fahren. So werden nicht nur schnelle Abfahrten möglich, sondern auch kurvenreiche Slalomfahrten. Bei Carvern ist die Flex, die Durchbiegung an der Querachse, sehr biegsam. Das liefert auch erfahrenen Skifahrern ein großes Spaßpotential. Sie können sich so richtig in die Kurven legen, ohne Angst haben zu müssen, dass sich die Bindung öffnet. Ein Carving-Ski, der im Test mit „sehr gut“ abgeschnitten hat, ist der Head Icon TT 40. Hierbei handelt es sich um einen Allround-Carver, der sich durch seine Drehfreudigkeit auszeichnet. Sprich: Er lässt sich leicht steuern und auch auf schnellen Abfahrten verlieren Sie nicht so leicht die Kontrolle über den Ski. Der Head Icon TT 40 ist also ein anfängerfreundlicher Ski, der Fahrfehler verzeiht. Für geübte Skifahrer ist eine Tiefschneefahrt oft das Highlight schlechthin. Hierfür ist der K2 Apache Recon das richtige Modell. Der All-Mountain-Carver bietet durch seine Breite besonders viel Auftrieb. So wird das Fahren im Tiefschnee fast zum Kinderspiel und auch matschiger Schnee hält Sie nicht auf. Dieses Modell hat im Test ebenfalls mit „sehr gut“ abgeschnitten. Allround-Carver, All-Mountain-Carver - das sind jedoch noch nicht alle Carving-Ski-Varianten. Zwei Modelle, die sich für den Profi auf Brettern eignen, sind Race-Carver und Supercross-Carver. Race-Carver charakterisiert ihre Härte und das hohe Gewicht. Sie lassen sich erst bei hohen Geschwindigkeiten gut steuern und weisen auch dann erst ein gutes Spurenverhalten auf. Ein solcher Race-Carver ist der Atomic D2 Race SL, welcher im Test ebenfalls mit „sehr gut“ abgeschnitten hat. Dieser wird außerdem für rasante Slalomabfahrten empfohlen. Supercross-Carver sind Allrounder für Skipisten und das Fahren Abseits der Pisten. Der Salomon Crossmax W12 soll jede Situation meistern, vor allem dann, wenn Sie sich neben den Pisten bewegen. Aber Vorsicht! Auch wenn Sie ein erfahrener Skifahrer sind: Es empfiehlt sich, niemals alleine einen solchen Abenteuer-Trip zu wagen. Anfänger sollten von diesen Skiern und derartigen Ausflügen lieber die Finger lassen.

Körpergröße und Skilänge im richtigen Verhältnis
Ist die Entscheidung für ein Modell gefallen, stellt sich die Frage nach der Länge der Skier. Denn nur mit den richtigen Maßen erzielt der Skifahrer das perfekte Fahrvergnügen im Schnee. Früher hieß es, dass Skier immer etwas größer sein sollten als der Fahrer. Die Carving-Modelle haben die Skiwelt diesbezüglich auf den Kopf gestellt, denn Carving-Skier sollen kürzer sein als ihr Besitzer. Über die ideale Ski-Länge im Verhältnis zur Körpergröße scheiden sich allerdings noch die Fachwelt-Geister. Jedoch hat sich inzwischen die Empfehlung durchgesetzt, dass die Skier in etwa 10-20 Zentimeter kürzer sein sollten als ihr Fahrer. Aber auch das Körpergewicht spielt eine Rolle. Fliegengewichte sollten tendenziell eher zu einem viel kürzeren Ski greifen. Schwerere Fahrer liegen richtig, wenn sie die längeren Varianten bevorzugen. Bei Kindern gehen die Skier im Optimalfall ungefähr bis zum Kinn. Generell gilt: Je kürzer der Ski, desto leichter lässt er sich lenken. Genau aus diesem Grund sind die Carver besonders gut für Anfänger geeignet.

eVendi Tipp
Nicht jedes Ski-Modell gibt es in jeder Länge. Achten Sie beim Kauf auf die Angaben der Hersteller, damit Sie sich auch wirklich auf ihren Ski-Urlaub freuen können.

Nun kennen Sie das richtige Modell und die Länge. Was nützt aber der modernste Ski, wenn er ständig aus der Bindung springt und ohne Sie ins Tal schießt.

Skibindungen
Skibindungen verbinden die Skier mit den Skischuhen und sorgen dafür, dass Sie beim Fahren erst ab einer gewissen Belastung ihre Skier verlieren. Im Idealfall öffnen sich Bindungen nämlich erst dann, wenn Sie tatsächlich einmal stürzen. Das ist ein wichtiger Faktor. Öffnen sich die Bindungen nämlich bei einem Sturz nicht, kann es leicht passieren, dass sich die Skier und damit auch die Beine verdrehen. Das Resultat ist häufig eine schmerzhafte Verletzung. Damit das nicht eintritt, müssen die Bindungen vor der ersten Fahrt genau eingestellt werden. Hier gibt es zwei Methoden:

1. Tibiamethode
Bei dieser Variante wird die Breite des Schienbeinkopfes (lateinisch: tibia) ermittelt. Der Schienbeinkopf ist das obere Ende des Schienbeins und am kräftigsten ausgebildet. Die Kombination aus Tibiabreite, Sohlenlänge, Alter, Geschlecht und Skifahrertyp bestimmt die Ermittlung des sogenannten Z-Wertes. Mit diesem lässt sich dann mit Hilfe einer Tabelle die richtige Einstufung festlegen.

2. Gewichtsmethode
Bei dieser Methode bestimmen Alter, Geschlecht, Sohlenlänge, Skifahrer-Typ und das Körpergewicht den Z-Wert.

Die heutigen Angaben der Hersteller erleichtern dem Skifahrer die Auswahl der richtigen Bindungseinstellung. Die IAS-Einstellzahlen geben den Bereich vor, in dem sich die Bindung verstellen lässt. Generell gilt: Der Einstellbereich liegt für Kinder zwischen 1 und 3, der Einstellbereich für Jugendliche und Frauen zwischen 3 und 6 und der für Männer zwischen 4 und 10. Die Scott N S10 ist eine Bindung, deren Einstellbereich zwischen 3 und 10 liegt. Sie ist also sowohl für Jugendliche und Frauen, als auch Männer geeignet.

eVendi Tipp
Die Einstellung der Bindungen können Sie auch ganz leicht zu Hause testen. Stellen Sie sich auf ihre Skier und gehen Sie in Schräglage. Am besten, jemand hält Sie dabei fest. So können Sie erproben, bei welcher Schräglage und Belastung sich die Bindung öffnet.

Fazit
Wer heute Skifahren will, kommt an Carving-Skiern nicht vorbei. Durch die starke Taillierung bieten die Skier jedem Pistenfreund maximalen Fahrspaß. Wer genauer hinschaut, erkennt schnell, welches der Carver-Modelle das richtige für Ihn ist. Für den sicheren und schnellen Schneespaß zählt aber nicht nur das richtige Modell, sondern auch die Länge der Skier. Hier hilft die Orientierung am Richtwert 10-20 cm unter der Körpergröße. Besonders Anfänger fahren mit einem etwas kürzeren Ski sprichwörtlich besser. Damit aber wirklich alles stimmt, muss auch die Skibindung sitzen. Hier empfiehlt sich: Wer sich besonders unsicher ist, sollte Vorort noch einmal Tipps und Tricks von erfahrenen Skifahrern einholen. Wenn dann alles sitzt, steht der rasanten oder kurvigen Skifahrt nichts mehr im Wege.

 

Alexander Capell | 04.02.2010 08:56
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