Audio-Anschlüsse in der Unterhaltungselektronik

Quelle: eVendi.de

Jeder kennt das Problem: Man hat sich ein neues Hifi- oder TV-Gerät gekauft und sitzt zu Hause ratlos vor dem Kabelsalat. Um eine HiFi- bzw. Home Cinema-Anlage, die aus mehreren Komponenten besteht, zum Laufen zu bringen, müssen die einzelnen Komponenten zunächst über eine Vielzahl von Verbindungen miteinander verknüpft werden. eVendi.de hilft Ihnen, einen Überblick über die aktuellen Anschlussmöglichkeiten diverser Geräte aus der vielfältigen Welt der Unterhaltungselektronik zu bekommen.

RCA-Anschluss

Der heutzutage populärste und am meisten verbreitete Anschlusstyp in der Unterhaltungselektronik, den man wohl in jedem Haushalt mehrfach finden kann, ist der koaxiale RCA-Anschluss.


Abb. 1





Abb. 2





Abb. 3

Der Begriff RCA (auch Cinch genannt) entstand als Abkürzung für Radio Corporation of America, die diesen Anschlusstyp entwickelte und der seit Beginn der 40er-Jahren verwendet wird.

Für die Übertragung eines analogen Stereosignals werden zwei verschiedenfarbige Anschlüsse benötigt, weiß (manchmal auch schwarz) steht für den linken analogen Kanal, rot dagegen für den rechten (Abb.1). Hochwertige RCA-Anschlüsse sowie Kabel haben eine Beschichtung aus Gold zur Verbesserung des Kontaktes (Abb.2). RCA-Anschlüsse werden auch zur Verbindung eines Plattenspielers mit einem Verstärker oder Receiver verwendet. Dieser Anschluss wird überwiegend als PHONO bezeichnet und hat meistens neben sich eine Erdungsklemme. (Abb.3)

Da viele AV-Geräte über ein Dutzend RCA-Anschlüsse haben können, werden diese Anschlüsse fast immer farblich markiert. Diese Form der Kennzeichnung wird seit der Verbreitung von Stereo-Anschlüssen praktisch überall verwendet.

Im Home Cinema-Bereich, wo neben Stereo- auch Mehrkanal-Anschlüsse zur Anwendung kommen, wird eine spezielle farbliche Markierung gebraucht, die von der CEA vorgeschlagen wurde. Die CEA ist die US-amerikanische Handelsorganisation für elektronische Konsumprodukte. Nach diesem Standard werden die Anschlüsse beispielsweise bei einem 7.1-Ausgang eines AV-Receivers mit grün für den Center-Kanal markiert, die Anschlüsse für die Surround–Kanäle mit blau für den linken und grau für den rechten Surround–Kanal. Braun ist dagegen die Farbe für den linken und hellbraun für den rechten Surround-Back–Kanal. Der Subwoofer-Ausgang wird normalerweise mit lila markiert. (siehe Abb.4)


Abb. 4

Da diese Markierung sehr übersichtlich und einfach ist, wurde sie auch für die Bezeichnung der einzelnen Lautsprecher-Anschlüsse z.B. bei Micro/Mini- und Komplettanlagen für Home Cinema sowie DVD-Receivern übernommen. (Abb.5)
Abb. 5

 
 
 
 
 

eVendi Tipp
Beim Kauf eines RCA-Kabels (auch NF-Kabel genannt, NF steht hier für Niederfrequenz) sollte man eher zu einem hochwertigen Produkt etablierter Hersteller wie beispielsweise Audioquest, Oehlbach, Monster Cable oder Kimber Kable greifen. Diese bestehen aus qualitativ besseren Bauteilen, als günstige Produkte, und können damit die Tonqualität erheblich verbessern.

 

Lautsprecher-Anschlüsse

Für den Anschluss eines Lautsprechers an einen Verstärker gibt es zwei Typen von Anschlussklemmen. Es sind zum einen einfache Federklemmen, die dem Anschließen der Lautsprecher mit einer relativ niedrigen Leistung dienen (Abb.6) und zum anderen Schraubklemmen, die massive (oft vergoldete) Anschlüsse besitzen und sich für die Lautsprecher mit hoher Leistung besser eignen. (Abb.7)

Schraubklemmen sind universell. Sie ermöglichen drei verschiedene Anschlussarten: des von Isolierung befreiten Lautsprecher-Kabels, des mit Kabelschuhen (Abb.8) oder des mit einpoligen Steckern (Abb.9) konfektionierten Kabels. Die Letzteren werden wegen ihrer spezifischen Form häufig „Bananenstecker“ genannt. Diese Anschlüsse haben flache gebogene Federn zur Verbesserung des Kontaktes.

Auch hier, genauso wie bei RCA-Kabeln gilt es, auf die Qualität des Produktes zu achten, weil minderwertige Kabel die Tonqualität negativ beeinflussen können. Eine gute Wahl bei der Kaufentscheidung wären beispielsweise Produkte von Herstellern wie Kimber Kable, in-akustik, Oehlbach, Monster Cable oder Nordost.


Abb. 6
Abb. 7
Abb. 8
Abb. 9

Kopfhörer-Anschlüsse

Kopfhörer werden mit einem Klinkenstecker an eine Buchse angeschlossen. Sowohl die Stecker, als auch die Buchsen können von zwei unterschiedlichen Typen sein: der 6,35 mm (Abb.10) Anschluss, den man an der Frontseite von fast jeder HiFi-Komponente finden kann und seine kleinere 3,5 mm Variante.

Mit zunehmender Verbreitung diverser mobilen Abspielgeräte wird der 3,5 mm Klinkenstecker (Abb.11) immer populärer, aber fast jeder hochwertige Kopfhörer hat im Lieferumfang einen Adapter von 3,5 auf 6,35 mm. (Abb.12)


Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12

 

Digitale Audio-Anschlüsse

Ende der 90er Jahre, als sich DVD als führendes Format für Videofilme durchsetzte, gewann die Möglichkeit der digitalen Übertragung des Mehrkanaltons zunehmend an Bedeutung. Am Besten geeignet war zu diesem Zeitpunkt der S/PDIF-Standard (S/PDIF steht für Sony / Philips Digital Interface), der Ende der 80er Jahre zur Verbindung eines CD-Transports mit einem DAC-Converter (Digital-Analog-Wandler) entwickelt wurde. Nach diesem Standard kann das digitale Audiosignal sowohl elektrisch als auch optisch übertragen werden. Für die elektrische Verbindung wird der RCA-Anschluss benutzt (digitaler koaxialer Anschluss). Durch diesen Anschluss wird das digitale Audiosignal elektrisch übertragen.

Fast gleichzeitig mit der Entstehung des S/PDIF-Standards wurde jedoch von Toshiba eine alternative Verbindung vorgeschlagen - die TOSLINK (Toshiba link). TOSLINK (Abb.13) ist eine (im Gegensatz zum koaxialen Anschluss) optische Verbindung, bei der das Signal mittels eines Lichtwellenleiters aus Glas oder Kunststoff übertragen wird. Die optischen Anschlüsse sind meistens mit Plastik-Kappen verdeckt, die den Anschluss vor Staub und Verschmutzungen schützen sollen. Heutzutage sind die beiden Typen der Anschlüsse weit verbreitet und sogar auf vielen Geräten oftmals nebeneinander zu finden (Abb.14).

Obwohl die beiden S/PDIF-Anschlusstypen theoretisch gleichwertig sind, können bei elektrischen Verbindungen mit mangelhafter Abschirmung eventuell elektromagnetische Störungen auftreten. Dagegen wird die optische Verbindung von solchen Störungen nicht beeinträchtigt.
In dem breiten Produktportfolio der oben erwähnten Hersteller wie Oehlbach (auch Hama, Belkin) findet man problemlos ein passendes Produkt in der gewünschten Preisspanne.

Ein weiterer Anschlusstyp, der in der Unterhaltungselektronik benutzt wird, ist der XLR-Anschluss, der allerdings eher im professionellen Bereich (Tonstudios, Konzertbeschallung) zur Verbindung von Mikrofonen, Lautsprechern etc. verwendet wird. Daher findet man solche Anschlüsse überwiegend bei High End-Geräten. Es sei bemerkt, dass diese Anschlüsse eine Besonderheit haben. Anhand ihrer Form lässt sich die Signalrichtung erkennen. So sind die "männlichen" XLR-Anschlüsse (Abb.15) immer Ausgänge und die "weiblichen" XLR-Anschlüsse sind immer Eingänge.

Abb. 13
Abb. 14
Abb. 15
 

Fazit
Generell gilt beim Kauf von Audiokabeln das ungeschriebene Gesetz, dass man für sämtliche Kabel einer Audio-Anlage ca. 10% vom Wert der Anlage ausgeben sollte. Das heißt, wenn Ihre Anlage einen Gesamtwert von beispielsweise 1.200 Euro hat, sollte man in die nötigen RCA- und Lautsprecherkabel ca. 120 Euro investieren. Dabei sollte man beachten, dass unnötig teure Kabel die Tonqualität nicht unbedingt verbessern.
Wenn Sie sich für Kabel und Anschlussmöglichkeiten zur Übertragung von Videosignalen interessieren, bietet Ihnen eVendi.de in Kürze einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema.

Sven Kloevekorn | 28.01.2009 13:04
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