TCO
Hinter der Abkürzung TCO verbergen sich im Computerbereich zwei völlig unterschiedliche Dinge:
1. Prüfzeichen für Computerkomponenten
Die schwedische Angestelltengewerkschaft TCO (Tjänstemännens Centralorganisation) beschäftigt sich seit 1989 mit der Ergonomie von Computerarbeitsplätzen und überarbeitet regelmäßig einen Anforderungskatalog für Computerkomponenten, in dem Grenzwerte für Energieverbrauch, Emission von Schadstoffen und schädlichen Strahlungen sowie Forderungen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit der verwendeten Materialien festgeschrieben sind. Geräte, die diese Anforderungen erfüllen, dürfen ein entsprechendes Prüfzeichen tragen. Am häufigsten taucht dieses Logo im Zusammenhang mit Röhrenmonitoren auf, da die ersten Empfehlungen der TCO sich im wesentlichen auf diese Geräteklasse beschränkten. Diese Empfehlungen verschärften diejenigen nach MPR II, an denen die TCO auch schon beteiligt war. Relevant sind heute nur noch die TCO-Empfehlungen von 1995 und 1999.
Um nach TCO '95 zertifiziert zu werden, muß ein Gerät ohne Verwendung von FCKW oder anderen die Ozonschicht schädigenden Substanzen hergestellt werden, soweit irgend möglich muß auf Schwermetalle verzichtet werden (Ausnahmen sind zum Beispiel die bleihaltigen Gläser von Monitorröhren; hier gibt es noch keine Alternative), bestimmte Flammschutzmittel dürfen nur in sehr geringen Mengen verwendet werden, die Anzahl unterschiedlicher Kunststoffe, die verwendet werden, muß möglichst klein gehalten werden, das Gerät muß für ein späteres Recycling möglichst einfach zerlegbar sein und auf allen Kunststoffteilen mit einem Gewicht von mehr als 25g muß der verwendete Stoff angegeben sein. Weiterhin sind Grenzwerte für den Energieverbrauch im Betrieb und im Standby einzuhalten (im Stromsparmodus maximal 30 Watt, im ausgeschalteten Zustand maximal 8 Watt), eine Sparschaltung, die den Monitor selbsttätig in den Ruhezustand versetzt, ist obligatorisch. Die Grenzwerte für die Strahlungsemission sind gegenüber der TCO '92 nicht verändert worden. Weitere Anforderungen betreffen die Leuchtdichte (mindestens 100 Cd/m2) und die Bildwiederholrate
Gegenüber den Anforderungen der TCO '92 ist die TCO '99 unter anderem in folgenden Punkten verschärft worden: Die Bildwiederholrate muß nun mindesten 85 Hz betragen, der Energieverbrauch im Stromsparmodus darf maximal 15 Watt betragen, wenn das Gerät ganz aus geschaltet ist, darf es noch maximal 5 Watt verbrauchen (Sicherlich wäre ein echter Netzschalter immer wünschenswert). Die Anforderungen hinsichtlich Schwermetalle, FCKW und Flammschutzmittel wurden weiter verschärft.
Darüber hinaus gibt es Anforderungen an die Signalstabilität von Grafikkarten, die Anzahl darstellbarer Farben von Monitoren, das Layout von Tastaturen...
2. Total Cost of Ownership
Hiermit sind die Gesamtkosten gemeint, die ein (meist) Computersystem während seiner Lebensdauer verursacht: Anschaffung, zusätzlich nötige Software, Schulung von Benutzern, Kosten durch Ausfall oder Wartung, Energieverbrauch, einfach alles. Das ist insbesondere für Firmen interessant, die auf die EDV angewiesen sind.